Four walls and a roof: Sagen was man denkt
An der Wand ist eine Projektion von einem Mann, der einen alten Schlüsselbund in der Hand hat. Auch steht auf dem Bild: "Proverbe. Brecht / Eisler. Voilà, c'est tout et ce n'est pas assez, Au moins cela vous dira peut-être : je suis encore là ! Comme celui qui porte une brique avec lui, Pour montrer au monde à quoi ressemblait sa maison." Außerdem sitzen zwei Personen an einem Tisch, auf dem ein Laptop und mehrere Papierblätter liegen.
Photocredit: © Christophe Berlet

In FOUR WALLS AND A ROOF von Lina Majdalanie und Rabih Mroué geht es um Demokratie und Redefreiheit

1933 musste Bertolt Brecht aus Deutschland fliehen. Er wurde wegen seiner politischen Meinung verfolgt. Über mehrere Länder hinweg gelangte er 1941 schließlich in die USA. Dort wurde er im Oktober 1947 mit 18 anderen Filmautoren vor den Untersuchungsausschuss für unamerikanische Tätigkeiten zitiert. Brecht stand im Verdacht, ein Mitglied der kommunistischen Partei zu sein und Kommunisten galten damals in den USA pauschal als Verbündete der Sowjetunion. Und die war wiederum der erklärte Feind im angehenden Kalten Krieg. Brecht hatte für das Verhör eine Rede vorbereitet, die er aber nicht vortragen durfte. Später machte er sie in einer Pressekonferenz öffentlich.

Das libanesische Künstlerduo Lina Majdalanie und Rabih Mroué knüpft in Four Walls and a Roof an das legendäre Verhör an. Sie verflechten in ihrer ebenso kritischen wie humorvollen Befragung die historischen Dokumente mit Fantasien und kreativen Abschweifungen. Beide teilen mit Brecht die Erfahrung des Exils und verwehren sich entschieden gegen jede Form von vorgefertigten Meinungen.

© Sybille Cornet