Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit (2020)

Ein Dokumentarfilm von Yulia Lokshina

In der westdeutschen Provinz kämpfen osteuropäische LeiharbeiterInnen des größten Schweineschlachtbetriebs des Landes ums Überleben – und AktivistInnen, die sich für deren Rechte einsetzen, mit den Behörden. Zur gleichen Zeit proben Münchener GymnasiastInnen das Stück „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ und reflektieren über die deutschen Wirtschaftsstrukturen und ihr Verhältnis dazu.Verwoben mit den Gedankengängen der Jugendlichen und ihrer Auseinandersetzung mit dem Text in den Proben erzählt der Film in unterschiedlichen Fragmenten über Bedingungen und Facetten von Leiharbeit und Arbeitsmigration in Deutschland.

„Mit ihrem bewusst assoziationsreichen Diplomfilm, der an der HFF München und ohne öffentliche Fördergelder entstand, ist der 1986 in Moskau geborenen Regisseurin so etwas wie der Film der Stunde gelungen (…) In ihrer klugen Mixtur aus langen, collagiert verfremdeten Einstellungen (…) und gleichzeitiger extremer Nähe zu ihren überzeugenden HauptprotagonistInnen sowie den weniger tragenden Schülern des Neubiberger Gymnasiums, gelingt ihr das filmemacherische Kabinettstück, sowohl einen avancierten Dokumentarfilmhybriden als auch ein sozial- und gesellschaftspolitisch aufrüttelndes Porträt geschaffen zu haben.
Und zwar genau über die, die frei nach Brecht, im Dunkeln stehen, keine Sprache und Lobby haben und somit den perfiden Vertragssystemen großer Fleischverarbeitungsbetriebe wie Tönnies nahezu willenlos ausgeliefert sind. Es ist ein Schweinesystem, getarnt im Modus von Werkverträgen und Subunternehmertum, dass Parallelgesellschaften bewusst fördert und somit ein soziales Miteinander täglich weiter auseinanderdriften lässt. Und darauf gilt es noch millionenfach hinzuweisen.“ (Simon Hauck)

 

„Der Film ist unerwartet aktuell, er gibt den Unsichtbaren ein Gesicht“
ZDF Heute Journal

„Eine raffinierte Studie über Wirtschaftsstrukturen, Konsumverhalten und Fragen der Verantwortung.“
Süddeutsche Zeitung

„Zwei Wirklichkeiten zwischen Migration und Komfortzone.“
Filmdienst

„In exzellenten Bilder und genau komponierter Dramaturgie zeigt Lokshina westfälische Fleischfabriken und die schlechte Behandlung der Menschen, oft Migranten, die dort arbeiten…“
Berliner Zeitung

Preis der Deutschen Filmkritik 2020, Gewinner Bester Dokumentarfilm
Filmfestival Max Ophüls Preis, Bester Dokumentarfilm
Dokfest München, Megaherz Student Award

Foto: jip Film

Netzpremiere:
1.3. im Livestream
2.3. – 7.3. in der Mediathek

 

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