Samstag 03.03.
17.00 Uhr TIM

Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends

Eine Live-Adaption des gleichnamigen Hörspiels von Deutschlandfunk Kultur

(c) Brechtbüro / KW Neun
„Also dies wäre mein Zwischenergebnis: Ich lag wie ein gestrandeter Erdteil auf dem Weltmeer meines Minusgeldes. Aber ok. Ansonsten gings mir gut. Die Sonne schien mir, und ich hatte helle Gedanken. Irgendwo schien immer die Sonne über mir. Und ich immer wieder Kontrollblick: Ahh, ok Sonne – da bist du ja und Ahh – ich! Da bin ich ja. Also da Sonne. Da ich.“

Ein rundum glücklicher Mensch von heute macht sich gut gelaunt daran, die wunderbaren Umstände seines angenehm wohlstandsgepufferten Lebens einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Und plötzlich tut sich neben seinem Sofa, auf dem er eben noch die harmonische Zweisamkeit seiner intakten Beziehungskiste genossen hatte, ein riesiges Loch im Betonboden seiner Wohnung auf, in den all seine Gewissheiten hineinzustrudeln drohen. Und er kommt nicht mehr umhin, zu bemerken, dass man sich auch an den unzähligen kuscheligen Kissen, die einen in all ihrer trügerischen und Sicherheit suggerierenden Fluffigkeit umschmeicheln, mit Leib und Seele sehr böse und mitunter sogar sehr blutige Wunden reißen kann...
„Mit aufgerissenen Augen trieb ich dem Betonloch entgegen, in dessen Strudel sich schon meine Freundin befand, die mit unserer Waschmaschine kämpfte. Im Vorbeischleudern traf sich unser Blick. Wir reagierten nicht. Es war ein ledigliches Erstaunen. Zwei völlig unbekannte Menschen.“
Patrick Wengenroth richtet sein 2013 für den Deutschlandfunk Kultur produziertes Hörspiel eigens für das Brechtfestival in einer Live-Version ein.
 
Text und Musik: PeterLicht, Szenische Einrichtung: Patrick Wengenroth
Mit: Patrick Wengenroth, Matze Kloppe, Anja Caspary, Musikalisches Arrangement: Matze Kloppe, Künstlerische Mitarbeit: Vivien Mahler
 
Dauer: 1 Stunde 10 Minuten

Tickets:
Regulär:   PG1: 12€, PG2: 9€
Ermäßigt: PG1: 9€, PG2: 6€