Samstag 03.03.
19.30 Uhr brechtbühne

Dickicht

Nach Bertolt Brecht. Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters Berlin

(c) Esra Rotthoff

Chaos in der Riesenstadt Chicago: Der malaiische Holzhändler Shlink tritt in eine Leihbibliothek und will die Meinung des Angestellten George Garga über Bücher abkaufen. Es beginnt ein Kampf ohne Regeln, ohne Moral, ohne Motiv, bei dem die beiden Gegner alles aufs Spiel setzen was sie haben. Shlink nimmt Garga den Arbeitsplatz, zwingt seine Freundin und Schwester zur Prostitution und bringt ihn ins Gefängnis. Damit ruiniert er Gargas Familie nicht nur finanziell, sondern zerstört auch ihren Zusammenhalt. Garga zeigt Shlink wegen der Vergewaltigung seiner Schwester an und initiiert eine Lynchaktion. Es ist eine Schlacht auf Leben und Tod, ein Ringen im Dschungel, in dem man sich scheinbar nur im Kampf nah sein kann.

„Der Besuch des Stückes ‚Im Dickicht der Städte‘ hat sich bereits als so schwierig herausgestellt, daß nur die mutigsten Theater sich daran wagten“ notierte Bertolt Brecht 1928. Heute ist es das Ensemble des Berliner Maxim Gorki Theaters, das mit Sebastian Baumgartens Neuinszenierung Mut zur Kontroverse beweist. Denn der Regisseur, der nicht nur in Berliner Theaterkreisen als einer der „tiefenanalytisch hellsichtigsten Konzeptkunst-Regisseure“ der Gegenwart gilt, entschied sich, die Fremdheit des Stücks nicht glatt zu bürsten, sondern auszustellen. Sein Regiekonzept experimentiert mit verschiedenen Medien und der epischen Spielweise Brechts: Das gesamte Stück wurde als Film produziert und wird auf der Bühne in einen abstrakten Raum übersetzt. So radikalisiert sich in der Inszenierung der Verfremdungseffekt.
 
Mit: Lea Draeger, Mateja Meded, Aleksandar Radenković, Taner Şahintürk, Dimitrij Schaad, Norbert Stöß, Thomas Wodianka, Till Wonka
Regie: Sebastian Baumgarten, Bühne: Robert Lippok, Kostüme: Jana Findeklee, Joki Tewes, Musik: Stefan Schneider, Video: Hannah Dörr, Dramaturgie: Ludwig Haugk

 

Einführung: 19:00 Uhr   Dauer: ca. 2 Stunden, 15 Minuten

Tickets:
Regulär:   26€
Ermäßigt: 18€

Pressestimmen:
„Brechts Rätselstück über die Entstehung der Tragödie aus dem Geist des Boxkampfs wirkt hier so frisch und aggressiv, als wäre es jederzeit bereit, sämtliche andere Theaterformen mit einem schnellen linken Haken auf die Bretter zu werfen“, Süddeutsche Zeitung.

„Der Regisseur führt Brechts Wortwut dahin zurück, wo sie herkommt: ins halbverdaute Gebräu aus Medienerfahrungen, die bekanntlich unsere Vorstellungen von Realität ausmachen. […] Der Gorki-Cast wirft sich mit Ehrgeiz ins Genre-Kino zwischen expressionistischem Vampirfilm, Schwarzer Serie und Großstadt-Melodram und balanciert souverän auf der Grenze zwischen Kopie und Parodie“, Theater heute.
 
Weitere Informationen:
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