Mittwoch 28.02.
19.00 Uhr Hoffmannkeller

Der Liebhaber auf der Barrikade - Brecht 1917-1919

Eine szenische Präsentation mit Illustrationen, Texten und einem Filmausschnitt

(c) Brechtbüro / KW Neun
Die Realität des Ersten Weltkriegs, heute schwer vorstellbar: millionenfaches Leid, Millionen Tote, Kriegsversehrte. Die deutsche Niederlage zeichnet sich ab. Prothesenmacher haben Hochkonjunktur, Geschlechtskrankheiten werden zur Seuche. Angst breitet sich aus, Armut, Hunger, Elend. 1917 ist Bertolt Brecht 19 Jahre alt, wird gemustert und zurückgestellt. Ab Herbst immatrikuliert er sich in München als „Stud. Phil. et Med.“, schreibt jedoch mehr, als zu studieren. An den Wochenenden pendelt er nach Augsburg, dichtet und liebt. Bis er bei einer folgenden Musterung nicht mehr zurückgestellt, sondern zum 1. Oktober 1918 als Sanitätssoldat eingezogen wird. Sein Chef, Dr. Julius Raff, Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, lässt ihm auf der „Station D“ einige Freiheiten: Das „Lied an die Kavaliere der Station D“ entsteht.
 
Brecht erlebt die Novemberrevolution, beobachtet aus nächster Nähe als „unabhängiger Unabhängiger“ die junge Räterepublik in Augsburg, während sein Bruder Walter die Konterrevolution unterstützt. Gleichzeitig schreibt er wie verrückt: „Baal“, „Trommeln in der Nacht“, Gedichte, Theaterkritiken. Zeit für den Plärrer sowie für reichlich Liebschaften, Freundschaften – und eine Vaterschaft – findet er zudem noch. In den Kinos haben Aufklärungsfilme Hochkonjunktur, Brecht reagiert mit „Lux in tenebris“, einem Einakter zwischen Karl Valentin und Sozialkritik. „Der Liebhaber auf der Barrikade“ ist einer seiner Titelentwürfe für das Stück „Trommeln in der Nacht“, das ihn berühmt macht.
 
Konzept: Dr. Michael Friedrichs 
Mit: Anatol Käbisch
 
Tickets:
Regulär:   10€
Ermäßigt:   7€