Freitag 22.02.
20.00 Uhr martini-Park, 35€ >> 12€

Auf der Strasse - Karen Breece & Ensemble

„Auf der Straße" erzählt von Menschen am Rande der Gesellschaft. Von Wohnungs-, Obdachlosigkeit und von Armut Betroffene werfen, gemeinsam mit Schauspieler*innen des Berliner Ensembles, unterschiedliche Perspektiven auf eine gesellschaftliche Debatte, die sich im Kern um die Frage nach einem sozialen Miteinander und einer solidarischen Gesellschaft dreht.

© Julian Röder

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er lässt sich nicht antisozial denken, ohne seine eigene Existenz aufs Spiel zu setzen. Inwiefern beraubt der ungewollte Verlust der Teilhabe an der Gesellschaft das Individuum seiner Existenz und damit seiner menschlichen Würde? Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands ist top, die Wirtschaftskraft EU-weit Spitze, die Kaufkraft der Deutschen steigt, die Arbeitslosenquote ist niedrig. Gleichzeitig nehmen Kinder- und Altersarmut rasant zu, versorgen immer mehr Tafeln immer mehr Menschen, platzen Notunterkünfte für Obdachlose aus allen Nähten. Nirgendwo in der EU ist das Risiko so groß, als Arbeitslose/r in die Armut abzurutschen, wie in Deutschland. Galt noch vor 20 Jahren der größte Teil der Wohnungslosen als „psychisch krank“, ist ihr Anteil heute verschwindend gering. In den vergangenen acht Jahren hat sich die Zahl der Wohnungslosen verdoppelt. Hauptgrund: Mietschulden. Was, wenn die Miete das Leben auffrisst und der Weg auf die Straße kürzer ist als der Gang zum Amt? Wenn ehemalige Heimkinder keinen Weg mehr zurück ins Wohnen finden – und Hartz-IV-Empfänger*innen zu Wohnungsbesichtigungen erst gar nicht eingeladen werden?

Regisseurin Karen Breece hat über Monate hinweg in Berlin recherchiert und Gespräche geführt. Mit Obdachlosen, mit Menschen, die obdachlos waren, mit Menschen, die auf staatliche Unterstützung oder den Gang zur Tafel angewiesen sind, um überleben zu können, und mit Menschen, die sich um Obdachlose und Arme in Berlin kümmern. Auf Basis dieser Gespräche und Recherchen, hat sie sich gemeinsam mit von Obdachlosigkeit und Armut Betroffenen und Schauspieler*innen des Berliner Ensembles der Auseinandersetzung mit dem Thema gestellt. Der daraus entstandene Theaterabend will den von der Gesellschaft ausgeschlossenen Menschen eine Stimme geben, einen Raum der Teilhabe, ein Gegenüber, das sie wahrnimmt. Warum sind Menschen, die Hilfe benötigen, sich selbst überlassen – in einem der reichsten Länder Europas? Was treibt eine Gesellschaft dazu an, sich zu entsolidarisieren? Und was hat diese Entwicklung mit jedem Einzelnen von uns zu tun?

Mit: Psy Chris, Nico Holonics, Bettina Hoppe, René Wallner, Alexandra Zipperer und dem integrativen Chor Different Voices of Berlin
Regie: Karen Breece / Bühne: Eva Veronica Born / Kostüme: Claudia Irro / Musik: Beni Brachtel / Licht: Steffen Heinke / Künstlerische Beratung: Clara Topic-Matutin
Aufführungsrechte: Karen Breece
Eine Produktion des Berliner Ensembles. "Auf der Straße" entstand im Rahmen der Exzellenz-Reihe gefördert durch die Deutsche Bank Stiftung.

Weitere Informationen
: www.berliner-ensemble.de/mehr-auf-der-strasse

Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, ohne Pause

Einführung ab 19.30 Uhr

Tickets:
Regulär:   35€ | 28€ | 19€ | 12€
Ermäßigt: 25€ | 17,50€ | 14€ | 9€
Rollstuhlplatz: 9€