Mittwoch 27.02.
17.35 Uhr -21.48 Uhr, Dauer 55 min, Kleiner Goldener S, Einlass alle 12 Min, je 1 Pers

ANTIGONE :: COMEBACK - Eine Probe mit Weigel und Brecht

Der Kleine Goldene Saal wird zur Zeitmaschine. Sie katapultiert die Zuschauer*innen jeweils einzeln mitten hinein in eine „Antigone“-Probe mit Bertolt Brecht und Helene Weigel am Theater Chur im Jahr 1948. Mit einer VR-Brille erlebt man beide aus nächster Nähe live und virtuell. Unter den Konflikt zwischen Antigone und Kreon, von Tyrannei und Widerstand, schiebt sich der Kampf zwischen Brecht und seiner Partnerin.

© Raum+Zeit

Von der Schweizer Fremdenpolizei argwöhnisch beäugt, kommen Bertolt Brecht und Helene Weigel in den ersten Januartagen 1948 unbekannt in Chur an. Brechts Bearbeitung der „Antigone“ für das experimentierfreudige Theater Chur mit Weigel in der Titelrolle ist seine erste praktische Arbeit in Europa, seit er 1933 Deutschland verlassen hat. Auch Weigel hat seit über 10 Jahren auf keiner Bühne mehr gestanden. Beide sind vom Erfolg der „Antigone“ existentiell abhängig. Unter den Konflikt von Antigone und Kreon, von Gesetzestreue und Freiheit, von Tyrannei und Widerstand, schiebt sich der Kampf zwischen Brecht und seiner Partnerin Weigel. Auf der „Antigone“-Probe geht es um nichts weniger als um die Gesetze von Spiel und Realität.

Bernhard Mikeska, Alexandra Althoff und Lothar Kittstein (RAUM+ZEIT) entwerfen kein neues Szenario für Brechts Antigone-Modell, sondern eines für Helene Weigels Seelenzustand. Erinnerungen an die Probenzeit in Chur sind in intimen Momenten eingefangen. Bald aber wird fraglich, ob es überhaupt eine klare Grenze gibt zwischen Wirklichkeit und Traum, virtueller und „wirklicher“ Realität.

Das Guckkastenprinzip ist aufgehoben, statt geradlinige Geschichten zu erzählen, werden Spuren gelegt, Erzählstränge verwoben und Perspektiven verrückt. Im Zentrum des Geschehens stehen immer die Zuschauer*innen. Sie werden an eine Grenze geführt, an der es fraglich wird, ob man nur Beobachter*in oder schon Teil der Inszenierung ist. In einem Machtspiel von Sehen und Gesehenwerden wird man in einen Zustand versetzt, der Abwehr und Identifikation, Mitgefühl und Distanz zugleich provoziert. Der virtuelle Raum und die reale Situation verdichten sich in der Inszenierung zu einer neuen Erfahrung. Man kommt dichter dran, auch an sich selbst.

Idee und Konzeption: RAUM+ZEIT | Regie: Bernhard Mikeska | Text: Lothar Kittstein | Dramaturgie: Alexandra Althoff | Bühne: Duri Bischoff / Antigonebühne 360°-Film Bert Neumann † und Barbara Steiner, Duri Bischoff | Kostüme: Eva Karobath | Sounddesign: Knut Jensen | 360°-Video: RAUM+ZEIT, Winnie Christiansen (tr_x), Felix Patzke und Fabian Fischer (heimspiel) | Begleitpersonen: Maya Heusser-Günter, Stéphanie Lobmaier,
Riccarda Sulser, Christa Willi | Abendspielleitung: Jenny Krug | Produktionsleitung: Lukas Piccolin

Eine Produktion des Theater Chur und RAUM+ZEIT in Koproduktion mit dem Brechtfestival Augsburg und dem Landestheater Vorarlberg Bregenz / In
Kooperation mit Lenore Blievernicht und Bert-Neumann-Association (BNA gUG)

Gefördert durch Kulturförderung Graubünden/swisslos, Stadt Chur, Graubündner Kantonalbank, Landis & Gyr Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Ars Rhenia, Fondation Nestlé pour l'art, Schweizerische Interpretenstiftung

Weitere Informationen: www.raumundzeit.art

Ab 16 Jahren

Dauer: ca. 55 Minuten (inkl. Einweisung)

Einlass: von 17.36 bis 21.48 Uhr alle 12 Minuten für je 1 Zuschauer*in

Tickets:
Regulär: 25€
Ermäßigt: 15€

Im Vorverkauf ist eine verbindliche Online Reservierung erforderlich. Restkarten und freie Zeitfenster können am Aufführungstag ab 17.00 Uhr an der Abendkasse (Tel.0821/324-4360) erfragt und reserviert werden.