Preisträgerin Sibylle Berg

Die Schriftstellerin, Dramatikerin und Kolumnistin Sibylle Berg hat seit den 1990er Jahren eine große Zahl an Texten veröffentlich: Romane, Essays, Hörspiele, Kurzprosa sowie mehr als zwei Dutzend Theaterstücke. Wie kaum eine andere zeitgenössische Autorin macht sie mit ihren gesellschaftskritischen Analysen Furore und trifft mit außerordentlichem Gespür immer wieder zielsicher die neuralgischen Punkte der Gesellschaft. Sie versteht es, den Finger in Wunden zu legen, Missstände zu offenbaren und in ihren Werken einen gewaltigen Diskursraum zu öffnen. Sibylle Berg hat keine Berührungsängste, genreübergreifend zu arbeiten und großes literarisches Können mit Popkultur zu kreuzen. Das dokumentiert in beeindruckender Weise u.a. der 2019 erschienene Roman „GRM – Brainfuck“. Mit Klarheit, Eindringlichkeit und Empathie thematisiert Sibylle Berg soziale Verwerfungen und wagt einen düster-pessimistischen Blick in die Zukunft. Gesellschaftskritik und höchste sprachliche Ästhetik kommen hier in beeindruckender Weise zusammen.

Sibylle Berg (*1962 in Weimar) lebt in der Schweiz. Ihre Werke wurden in 35 Sprachen übersetzt und mit vielen Auszeichnungen geehrt. 2020 erhält Sibylle Berg den Bertolt-Brecht-Preis. Der Augsburger Literaturpreis wird in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen und feiert zugleich das 25-jährige Jubiläum.

Der Jury des Bertolt-Brecht-Preises unter der Leitung von Kulturreferent Thomas Weitzel gehören folgende Mitglieder an: Andrea Koschwitz (Dramaturgin, Ernst-Busch-Hochschule Berlin), Shermin Langhoff (Intendantin Maxim-Gorki-Theater Berlin), Prof. Dr. Prof. h.c. Jürgen Hillesheim (Leiter Brecht-Forschungsstätte Augsburg), Prof. Dr. Mathias Mayer (Literaturwissenschaftler, Universität Augsburg), Hubert Spiegel (Literaturkritiker, FAZ), Dr. Uwe Wittstock (Literaturkritiker, Autor), Prof. Dr. Erdmut Wizisla (Leiter des Brechtarchivs Berlin, Vertretung der Brecht-Erben).