Milan Peschel: "Brecht böse: Baal, Fatzer, Kommunismus" nach Bertolt Brecht

© Max Sonnenschein

„Man muss stark sein, denn Genuss macht schwach;/ geht es schief, sich freuen noch am Krach!/ der bleibt ewig jung, wie er’s auch treibt,/ der sich jeden Abend selbst entleibt. “ (Bertolt Brecht, 1919)

„Fatzer“ ist Mythos, „Baal“ ist Kult. „Baal“, der kraftstrotzende Allesverschlinger, der alle um sich herum in seinen Bann zieht, aussaugt und nachher wieder ausspuckt – und daneben „Fatzer“, der Unvollendete, der in einer egomanen Welt, in der alles mit allem und jeder mit jedem im Clinch liegt, nur mehr „Besiegte“ sieht und keine Sieger. Es gibt kaum zwei Figuren in Brechts Kosmos, die stärker polarisieren. Nur wenige würden es wagen, sich beide gleichzeitig  vorzunehmen. Milan Peschel ist der Mann für diese Herausforderung: 20 Jahre Volksbühne, Deutscher Filmpreis, Bayerischer Filmpreis, Erfolg auf der Bühne, Erfolg auf der Leinwand. Mit Johann Jürgens hat er sich für dieses Projekt einen Partner zur Seite geholt, der Brechts Klampfe genauso brilliant beherrscht, wie Cello, Schlagzeug  und Klavier und sich als Leadsänger der Punkrock-Powerpop- Band Sternburg Rot noch dazu in bester Brecht-Tradition bewegt. Brechts Figuren werden zum Material für eine böse Skizze, eine fiese szenische Behauptung, die erstmals und exklusiv beim Festival zur Aufführung kommt.

Regie/ Spiel/ Musik: Milan Peschel, Johann Jürgens

Ort:
Halle B13 / Musiktheaterprobebühne
Uhrzeit: 19.20 Uhr & 22.30 Uhr
Dauer: ca. 50 Minuten