Lars Eidinger: "Bertolt Brechts Hauspostille"

© Peter Kaaden

„Von Sonne krank und ganz von Regen zerfressen/ geraubten Lorbeer im zerrauften Haar/ hat er seine ganze Jugend, nur die Träume nicht vergessen/ lange das Dach, nie der Himmel, der drüber war.“ (Bertolt Brecht, 1922)

Lars Eidinger und Hans Jörn Brandenburg (Harmonium & Klavier) bringen Brechts wilde Lyrik als grell funkelndes Gesamtkunstwerk auf die Bühne.

In der „Hauspostille“ arbeitet sich ein wilder Brecht an den Rändern des Asozialen ab. Er feiert die Verfluchten und säuft mit den Geächteten. Seine dunkle Poesie weidet sich an der schaurigen Schönheit des Morbiden – ein Vorbild für Ikonen der Popkultur wie Iggy Pop, Nick Cave, David Bowie oder Tim Burton. Verführte, ertrunkene Mädchen in „seichten, braunversumpften Teichen“, Mordlust, Geilheit, Gier und rohe Gewalt, kurz: Alles Abgründige, Schmutzige, das die brave Elterngeneration verschämt hinter blütenweißen Gardinen versteckt, wird tabulos ans Licht gezerrt. Scheinheiligkeit wird lustvoll entlarvt. Lars Eidinger hat als Schauspieler ein Faible für Figuren, die etwas zu verbergen haben. Im Tatort spielte er den einzigen Mörder, der seinen Ermittlern entkam. Beim Brechtfestival in Augsburg knüpft er nahtlos an seine Rolle in „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ an.

Konzept und Realisation: Lars Eidinger und Hans-Jörn Brandenburg

Aufführungsrechte: Suhrkamp

Ort: Halle B13/ Große Bühne
Uhrzeit: 22.00 Uhr
Dauer: ca. 60 Minuten