"Kriegsfibel" - Kathrin Angerer singt 14 Songs von Bertolt Brecht und Hanns Eisler

© Meike Kenn

„Die Glocken läuten/ und die Salven krachen/nun danket Gott/ als Mörder und als Christ.“ (Bertolt Brecht, 1955)

Der kindliche Klang ihrer Stimme steht im blanken Gegensatz zum Elend, das sie besingt. Kathrin Angerer, eine der starken Frauen, die der Volksbühne unter Frank Castorf ein Gesicht gaben, ist mit Brechts „Kriegsfibel“ beim Brechtfestival zu Gast. Die Zusammenarbeit mit der Berliner Band Goshawk ist taufrisch. Das Werk, das sie gemeinsam bearbeiten, ist historisch und doch hochaktuell. 1955 brachte Brecht mit Hilfe von Ruth Berlau einen Band mit Fotografien und Zeitungsausschnitten heraus, denen er jeweils kurze Sentenzen beigefügt hatte. Die „Fotoepigramme“ der Kriegsfibel zeigen das Grauen des Krieges. Kathrin Angerer und Goshawk greifen für ihre Vertonung auf Melodien von Hanns Eisler zurück. Die Songs sind vierzehn Arten, den Krieg zu beschreiben. Mit  geschliffenen Formulierungen, markanten Kontrasten, prägnanten Tonfolgen: Juwelen ihres Genres. Zerbrechlich und entschlossen zugleich.

Mit: Kathrin Angerer & Goshawk (Leonard Neumann, Richard Lucius, Konrad Krenzlin)
Uhrzeit: 18.45 Uhr & 20.15 Uhr
Dauer:
ca. 50 Minuten
Ort: martini-Park, Kantine 1832