Charly Hübner & Co: "Herrnburger Bericht" Kantate von Bertolt Brecht und Paul Dessau

© Peter Hartwig

„Deutsche/ wurden von Deutschen/ gefangen/ weil sie von Deutschland/ nach Deutschland/ gegangen“ (Bertolt Brecht, 1951)

Im Mai 1950 ereignet sich an der deutschdeutschen Grenze bei Lübeck-Herrnburg ein kurioses Ereignis. Etwa 10.000 westdeutsche Jugendliche, „meist Mitglieder der später verbotenen FDJ“ (Spiegel, 1982), die auf der Rückreise von einem Jugendtreffen in Ostberlin sind, werden an der Einreise in die Westzone gehindert. Die Beamten verlangen von ihnen, sich zu registrieren, doch die Jugendlichen widersetzen sich. Bertolt Brecht und Paul Dessau schreiben dazu 1951 die Kantate „Herrnburger Bericht“. Das Stück war im Osten und Westen gleichermaßen unbeliebt. Vom DDR Politbüro wurde es verboten. Die von Hanne Hiob in Essen geplante westdeutsche Uraufführung wurde 1984 aus kulturpolitischen Gründen abgesagt.

Charly Hübner, bekannt aus Theater, Film und Fernsehen (Gertrud-Eysoldt-Ring, Bayerischer Fernsehpreis, Grimme Preis, Goldene Kamera), riskiert mit  musikalischer Begleitung einen frischen Blick auf den Text. Im Rückspiegel: Mauerbau und Mauerfall, 40 Jahre DDR und BRD, 30 Jahre Berliner Republik.

Von und mit: Charly Hübner, Nils Beckmann, Till Beckmann, N.N.

Eine Uraufführung eigens für das Brechtfestival.
Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag

Ort: Halle B13/ Musiktheaterprobebühne
Uhrzeit: 18.00 Uhr & 20.40 Uhr
Dauer: ca. 50 Minuten