Staatstheater Augsburg: "klassenkampf" nach Lothar Trolle u.a.

PREMIERE

Kurz nach dem Reichstagsbrand 1933 beschließt Bertolt Brecht, mit seiner Familie die Hauptstadt fluchtartig zu verlassen. So beginnt eine Odyssee um die halbe Welt: von Prag über Wien in die Schweiz und von dort weiter nach Dänemark. Dort lebt Brecht mit seiner Frau Helene Weigel, den zwei Kindern Barbara und Stefan und seinen beiden Geliebten, Ruth Berlau und Margarete Steffin, bis 1939. Das Svendborger Exil ist der Schauplatz von Lothar Trolles „klassenkampf“. Die verschiedenen Stimmen, Ideen und Perspektiven der Menschen, die Brecht in jener Zeit wie Satelliten umkreisen, überlagern sich darin in einer Symphonie aus Zitaten. Die Regisseurin Kalliniki Fili spinnt dieses Prinzip lustvoll fort. Indem sie Trolles Text assoziativ und kunstvoll mit weiteren Quellen spickt – von Bertolt Brecht über Heiner Müller, Georg Büchner, Walter Benjamin, Gottfried Benn bis hin zu Marquis de Sade – entsteht eine Collage, die neue Fragen aufwirft: Wie radikal darf man über Liebe schreiben? Was treibt uns an – in der Kunst, der Politik und in der Liebe?

Mit: Linda Elsner, Ute Fiedler, Natalie Hünig, Kai Windhövel • Regie und Fassung: Kalliniki Fili

Ein Beitrag des Staatstheaters Augsburg zum Brechtfestival 2020,

Aufführungsrechte:
Henschel Schauspiel
Ort: Halle B13/ Musiktheaterprobebühne
Uhrzeit: 19.00 Uhr & 22.00 Uhr
Dauer: ca. 45 Minuten