Lehrstückzentrale

© Christian Effenberger

Ein Ticket! 2 Veranstaltungen + Einführung und Publikumsgespräch
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Mitte der 1930er Jahre schreibt Bertolt Brecht mit Hilfe von Margarete Steffin sein „vollkommenstes“ Lehrstück: „Die Horatier und die Kuriatier“. Bearbeitet  wird darin der Konflikt zweier ungleich starker Parteien: Dem unstillbaren Expansionsdrang der Kuriatier haben die militärisch unterlegenen Horatier wenig entgegenzusetzen – bis eine List den Ausgang der Schlacht in Frage stellt. Drei Jahrzehnte später schreibt Heiner Müller die Geschichte der Sieger fort. Um die  Zahl der Opfer möglichst gering zu halten, wird von beiden Seiten ein Stellvertreterkampf organisiert. Doch das Los bestimmt als Kontrahenten zwei Kämpfer, die sich über familiäre Bande nahestehen. Als der überlegene Horatier ohne Gnade den Bräutigam seiner Schwester aus dem Clan der Kuriatier erschlägt, nimmt das Blutbad seinen Lauf … Welche Prozesse kommen in Gang, wenn man zwei freie Gruppen aus Augsburg bittet, mit jeweils einem Regisseur oder einer Regisseurin in bis zu 6.000 Kilometern Entfernung an diesen Texten zu arbeiten? Das Brechtfestival hat Bluespots Productions und theter zu einem ungewöhnlichen Experiment eingeladen: Die beiden Lehrstücke geben den Anlass, mit Oleg Eremin aus St. Petersburg und Alice Bever aus New York in Austausch zu kommen. Über Gebirge, Ozeane und mehrere Zeitzonen hinweg entstehen zwei szenische Skizzen via Videostream. Die räumliche Distanz ist Bestandteil des Experiments. Zwischen den Servern des World Wide Web entsteht ein virtueller Probenort. Videochats ersetzen die gemeinsame Probenarbeit. Erst kurz vor der Premiere treffen die beiden  Teams auf der brechtbühne aufeinander. Sie zeigen ihren Arbeitsstand und teilen ihre Erfahrungen. Welche Gräben mussten überwunden werden? Welche neuen Brücken wurden gebaut?

18.00 Uhr: Einführung: „Von Brechts Radio-Theorie zur Skype-Regie“ mit Jürgen Kuttner
21.30 Uhr: Publikumsgespräch


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