2019-12-16 Die Lange Brechtnacht

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»Die Lange Brechtnacht« am 15.2. im Kongress am Park mit The Notwist, Fatoni, Voodoo Jürgens, Gisbert zu Knyphausen u.a.

Das Brechtfestival 2020 ist nicht nur Spektakel, Literatur, Film und Theater – es steckt auch voller Musik: Vom Opernchor bis zur Punkband, von den Domsingknaben zum Techno-DJ gibt es viel zu entdecken. Und natürlich tauchen auch Brechts bekannte musikalische Weggefährten Paul Dessau, Kurt Weil und Hanns Eisler im Programm auf.

Strahlender Mittelpunkt des Musikprogramms ist »Die Lange Brechtnacht«, eine ganz eigene musikalische Galaxie, die das Festival über Brechts originäres Schaffen hinausführt. Sie verfolgt Impulse der zeitgenössischen Popkultur im Umgang mit der Widersprüchlichkeit der heutigen Welt – und das schon seit 10 Jahren. Kuratiert wird das Programm seit 2011 von Girisha Fernando, der 2019 mit dem Popkulturpreis Roy für herausragende Leistungen / Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

2020 konzentriert sich die »Lange Brechtnacht« erstmals auf einen Ort. Im Kongress am Park geht es am 15.2. mit der Popkultur-Rakete auf zu neuen Sphären. Auf drei Bühnen spielen The Notwist, Fatoni, Gisbert zu Knyphausen, Voodoo Jürgens, Shari Vari und Banda Internationale feat. Bernadette La Hengst. Die Band The Cold War mit Augsburger Künstler*innen formiert sich exklusiv für das Brechtfestival.

Ein Raumschiff mit 3 Bühnen, das mit Visual-Art von Jürgen Branz und Rolf Messmer sowie den Ansagen von Captain Ken Yamamoto durchs Popkultur-Universum saust. Bis in die frühen Morgenstunden wird bei der Aftershow Party zum Sound der Jahrzehnte getanzt, die vom Lebensgefühl des Kalten Krieges geprägt waren.


DIE KÜNSTLER*INNEN & BANDS IM DETAIL

Gisbert zu Knyphausen (D, Rheingau):

2019 musste er seinen Auftritt aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen, dabei hatte er eigens für uns einen Brecht-Song geschrieben. Jetzt holt er alles nach: Gisbert zu Knyphausen, einer der herausragenden Songwriter seiner Generation, frei von Manierismen und Prätentiösem, schreibt in virtuosen Worten vom Zustand der Welt und seiner Seele.

The Notwist (D, München / Weilheim):
Seit Dekaden sind die Brüder Markus und Micha Acher aus Weilheim in zahlreichen Inkarnationen und Interaktionen überaus erfolgreich in der internationalen Mu- sikszene unterwegs. The Cure luden sie persönlich zum Meltdown Festival nach London ein. Die Band Radiohead zählt zu ihren Fans. The Notwist kombinieren scheinbar Widersprüchliches zu einem elegisch romantischen Ganzen: Pop und experimentellen, krautigen Jazz. Aufklärung, Barock und Avantgarde kreuzen sich mit Dubverfahren, Hip-Hop-Techniken und House Music. Ihre Einzigartigkeit und ihre Könnerschaft macht sie zu einer der wichtigsten deutschen Bands unserer Zeit, wenn nicht gar zur besten deutschen Band der letzten zwanzig Jahre. Bei der Langen Brechtnacht präsentieren The Notwist neben Klassikern ihr bisher selten aufgeführtes »Messier Objects-Programm«: Musik, die für Filme, Theater und Hörspiele entstanden ist. »Völlig vom Songkorsett befreite Musik – sehr laut und sehr leise, verspielt und hoch konzentriert. Mal Minimal Music à la Steve Reich, oder Noise-Jazz, dann wieder Kammer-Rock, der übergeht in verträumte Sternenlieder« (Berliner Morgenpost).

Fatoni (D, Berlin)
In einem früheren Leben war Fatoni a. k. a Anton Schneider Schauspieler an den Münchener Kammerspielen und am Theater Augsburg. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Mit pointiertem Wortwitz und intelligentem Storytelling seziert der Deutsch-Rapper unsere Gegenwart. Nun kehrt er mit Schlagzeugerin Philo und DJ V. Raeter nach Augsburg zurück. Dass auch Brecht dabei zum Thema wird, gilt als gesetzt.

Shari Vari (D / USA, Hamburg)
Shari Vari ist das gemeinsame Projekt der Sängerin Sophia Kennedy und der Filmemacherin und Musikerin Helena Ratka. Mit ihrem 2019 erschienen Debütalbum »Now« liefert das Electropop-Duo einen rauschhaften Soundtrack zur Dysfunktionalität unserer Gegenwart: »düster und nervös, es trifft einen irritierend beruhigenden Tonfall zwischen Depression und Euphorie – und bringt den abgründigen Zeitgeist so perfekt auf einen elektronischen Sound wie kaum ein anderes Pop-Album in diesem Jahr«. (Der Spiegel)

Banda Internationale feat. Bernadette La Hengst (D / Syrien / Irak, Dresden / Berlin):
Die Brassband Banda Communale ist schon seit 15 Jahren eine feste Größe in der Dresdener Musikszene. 2015 hat sich das Projekt mit geflüchteten Musikerinnen und Musikern internationalisiert. Die Brass-Section wurde ergänzt mit Oud und Cello und mit Musiker*innen aus Syrien und dem Irak: Banda Internationale macht internationale Blasmusik zum Programm und zeigt der Welt, wie Weltoffenheit geht. In der Langen Brechtnacht werden sie von einer nicht weniger engagierten Schwester im Geiste unterstützt: Bernadette La Hengst, Pop-Agitations-Chanteuse aus Berlin ist bereit, mit den Brassern Brecht »mit- und gegen den Strich zu bürsten und auch mal seine grauslige Zigarre gegen eine ordentliche Shisha zu tauschen.« (Zitat Banda)

Voodoo Jürgens (AUT, Wien):
Voodoo Jürgens ist Liedermacher und seit 2015 auf Erfolgskurs mit schwarzhumori- gen Texten im Wiener Dialekt. Sein Album »Ansa Woar« mit dem Hit »Heite grob ma Tote aus« gilt als Revolution in Sachen österreichischer Musik. Im besten »Haus- postillen-Style« porträtiert er Außenseiter, Gestrauchelte und zwielichtige Gestalten zwischen Größenwahn, Schnaps und Gosse. Gesellschaftliche Werte werden auf ihre Sozialverträglichkeit hin überprüft, das bürgerliche Selbstverständnis lustvoll und provokativ ins Wanken gebracht.

The Cold War (D, Augsburg):
Der Eiserne Vorhang und die Angst vor einem Atomkrieg lagen wie eine dunkle Wolke über der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Musiker*innen in Ost und West reagierten darauf mit politischem Songwriting. Im Westen kletterten Songs wie Nenas »99 Luftballons«, David Bowies »Heroes« oder Stings »Russians« an die Spitze der Charts. So entstand ein vielseitiger Fundus an zeitkritischen Songs. In der »Langen Brechtnacht« wird sich eine eigens zu diesem Anlass zusammengestellte Formation von den Klassikern aus dieser Zeit zu einer musikalischen Neuinterpretation inspirieren lassen. Die Sänger*innen Eva Gold, Lienne und Hanna Sikasa präsentieren zusammen mit Tom Jahn (Keys), Hubert Steiner (Bass), Jakob Mader (Vibraphon, Drums), Tilmann Herpichböhm (Drums) und Jan Kiesewetter (Sax) den Soundtrack des »Cold War« im Gewand von Jazz, Pop & Soul.


»Die Lange Brechtnacht« am 15.2.2019 im Kongress am Park, Augsburg,
im Rahmen des Brechtfestivals 2020 (14.-23.2.)
Beginn: 19.30 Uhr
Tickets: 22 Euro / erm. 18 Euro / Kultursozialticket (limitiert): 1 Euro
Vorverkauf: www.brechtfestival.de und z.B. in der Bürgerinformation am Rathausplatz

Ausführliche Informationen und Texte zu den Veranstaltungen und einzelnen Beiträgen des Brechtfestivals gibt es ab 16.12. online unter brechtfestival.de und im Programmheft, das an den gängigen Auslagestellen zu bekommen ist, z. B. an der Bürgerinfo am Rathausplatz. In der digitalen Fassung ebenfalls auf der Festivalwebseite. Der Kartenvorverkauf zum Brechtfestival 2020 beginnt am 16.12.2019. Onlinetickets gibt es unter www.brechtfestival.de. Tickets gibt es z. B. auch an den verschiedenen Vorverkaufsstellen am Rathausplatz 1, 86150 Augsburg.


Pressekontakt
Tina Bühner
Tel.: +49 821 2440 7597
Mobil: +49 151 12 90 8000
E-Mail: presse@brechtfestival.de
www.brechtfestival.de/presse

Kontakt Brechtbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg
Katrin Dollinger
Tel.: +49 821 324 342 71
brecht@augsburg.de

Webseite: www.brechtfestival.de
Instagram: https://www.instagram.com/brechtfestival/
Twitter: https://twitter.com/BrechtfestivalA
Facebook: https://www.facebook.com/brechtfestival/

Info
Das Brechtfestival Augsburg wird veranstaltet vom Brechtbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg in Kooperation mit dem Staatstheater Augsburg. Partner des Brechtfestivals ist die Stadtsparkasse Augsburg. Mit freundlicher Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, den Stadtwerken Augsburg, dem Bezirk Schwaben sowie weiterer Förderer und Sponsoren. Medienpartner sind die Augsburger Allgemeine Zeitung, Bayern 2, taz, Nachtkritik und Theater der Zeit.