2019-02-12

»PRESSEINFORMATION UND EINLADUNG ZUR ERÖFFNUNG«


Pressemitteilung als PDF hier


Am 22.2.2019 beginnt in Augsburg das Brechtfestival
„Brechtfestival für Städtebewohner*innen“: 22.2.-3.3.2019 an vielen Orten in Augsburg

• Festivalthema „Stadt“
• Schwerpunkte: Städtelyrik sowie Kollektive und erweiterter Theaterbegriff
• 11 Theaterproduktionen, 6 Literaturveranstaltungen, 12 Konzerte in der „Langen Brechtnacht“
   (Gustav,
Gisbert zu Knyphausen, Get Well Soon ...) u.v.m.
• Gastspiele, Koproduktionen, Eigenproduktionen, viele Premieren
• Festivalleiter Patrick Wengenroth
• Eröffnung mit Berliner Ensemble: „Auf der Straße“
• Brecht-Premiere „Baal“ am Staatstheater
• Ausgezeichnete Gastspiele und Akteure

Am 22.2. beginnt das Brechtfestival 2019 in Augsburg. Es widmet sich dem Leben in der Großstadt und den Beziehungen der Menschen zueinander. Unter dem Titel „Brechtfestival für Städtebewohner*innen“ erwartet das Publikum zehn Tage lang ein zeitgemäßes und vielseitiges Programm aus Theater, Performance, Literatur, Musik, Vorträgen und Workshops. Literarischer Ausgangspunkt ist Brechts Städtelyrik, insbesondere der Zyklus „Aus dem Lesebuch für Städtebewohner“ (1926/27). Brecht greift darin die Erfahrungen des modernen Menschen in den Städten auf. Das Brechtfestival spürt diesen Wahrnehmungen in der Gegenwart nach – an über 20 Orten in der ganzen Stadt. Elf Theaterproduktionen, sechs Literaturveranstaltungen, zwölf Konzerte im Rahmen der Langen Brechtnacht und viele weitere Veranstaltungen wollen unterhalten und inspirieren, spiegeln Themen aus Brechts Gedichten ins Heute: Konsum und Armut, Solidarität und Anonymität, Vereinzelung, Fülle, Gesellschaft, Eigentum und vieles mehr.

Schwerpunkt: Regie-Kollektive und erweiterter Theaterbegriff – Brecht 2.0

Beim Brechtfestival 2019 wird nicht nur Brecht gespielt oder gelesen – gezeigt wird vor allem zeitgenössisches Theater, das Brechts Theatertheorie und -praxis auf bemerkenswerte Weise weiterentwickelt. Dieser formale Schwerpunkt des Festivals sorgt für eine nie dagewesene Dichte an frei arbeitenden Gruppen, außergewöhnlichen performativen Produktionen, die als Weiterentwicklung des Epischen Theaters verstanden werden können, und renommierten Regie-Kollektiven in Augsburg. Beispielsweise begibt sich Raum+Zeit mit ihrer Eins-zu-Eins-Performance „Antigone::Comeback“ auf die Spuren Helen Weigels und Bertolt Brechts. „Colonia Digital“ von andcompany&Co. ist inspiriert von den sozialistischen Anfängen des Internets, Turbo Pascal fragt mit „Böse Häuser“ danach, wie wir mit Andersdenkenden umgehen. She She Pop zaubern mit „Oratorium“ klug und unterhaltsam ein brechtsches Lehrstück 2.0 auf die Bühne. Die feministisch geprägte Gruppe erhält 2019 den Theaterpreis Berlin für ihre „besonderen Verdienste um das deutschsprachige Theater“. Die Produktion „Oratorium“, die am 2. und 3.3. beim Brechtfestival zu sehen ist, wurde im Januar zudem zu einer von zehn herausragenden Theaterproduktionen ernannt, die zum Berliner Theatertreffen eingeladen sind. Gleiches gilt für die Dramatisierung des Jahrhundert-Romans von David Foster Wallace „Unendlicher Spaß“ um Regisseur Thorsten Lensing mit Devid Striesow, Ursina Lardi, André Jung (Eysold-Ring 2019), die zum Abschluss des Festivals am 3.3. gezeigt wird.

Eröffnung mit dem Berliner Ensemble: „Auf der Straße“

Eröffnet wird das Brechtfestival am 22.2. mit dem Recherche-Theaterprojekt „Auf der Straße“ des Berliner Ensemble. Regisseurin Karen Breece bringt in dem Stück zum Thema Armut und Obdachlosigkeit Schauspieler*innen des Ensembles, betroffene Expert*innen sowie den 15-köpfigen Chor „Different Voices of Berlin“ zusammen auf die Bühne. Das Staatstheater Augsburg steuert mit „Baal“ am 23.2. eine Brecht-Premiere zum Festivalprogramm bei und verspricht ein Ereignis zwischen „Konzert, Rausch und Selbstvernichtung“ (Regie Mareike Mikat, Natalie Hünig als Baal). Die lokale freie Szene zeigt „Electronic City“ am Sensemble Theater, Fassbinders „Anarchie in Bayern“ in einer Inszenierung des Theter Ensembles und zehn Interpretationen des zehnteiligen Lesebuchs-Zyklus an zehn Orten im ganzen Stadtgebiet von der Gruppe Bluespots Productions. Das Bürgerbühnenstück „Home is where the Heart is“ vom Jungen Theater Augsburg nimmt die deutsch-amerikanische Stadtgeschichte in den Blick.

Neue Gedichte für Städtebewohner*innen: Lyrik & Literatur beim Brechtfestival

Beim Lyriktag am 23.2. setzen sechs bedeutende Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartslyrik ihre Texte in Bezug zu Brechts „Lesebuch“: „Von diesen Städten wird bleiben: der durch sie hindurchging, der Wind!“ mit Nancy Hünger, Ulrich Koch, Kathrin Schmidt, Daniela Seel, Ulf Stolterfoht und Raphael Urweider. Viele weitere Literaturveranstaltungen sind im Programm zu finden, darunter ein Live-Hörspiel des Romans „1000 deutsche Diskotheken“ des Augsburger Autors Michel Decar, ein Poetry Slam mit Björn Gögge, Felix Römer, Leticia Wahl und Jule Weber (Moderation: Michel Abdollahi, Band: Tom Jahn, Girisha Fernando, Stefan Brodte) ein Autor*innen-Gespräch unter dem Titel „Dystopia Urbana“, bei der die Autor*innen Julia von Lucadou, Johanna Maxl und Dirk Bernemann mit Festivalleiter Patrick Wengenroth ins Gespräch kommen.

Lange Brechtnacht mit 12 Konzerten und eine Hymne für Augsburg

Musik war nicht nur für Brecht eine wichtige Ausdrucksform – auch beim Brechtfestival spielt sie eine wichtige Rolle. Augsburg sucht eine neue Stadthymne: Unter zahlreichen

Bewerbungen haben sich 8 Künstler*innen oder Bands für „(M)ein Lied für Augsburg“ nominiert. Das Publikum entscheidet am 23.2. darüber, wer gewinnt. „Die Lange Brechtnacht“ am 1.3. greift das Lebensgefühl der Städtebewohner*innen musikalisch auf, mit 12 Konzerten auf fünf Bühnen im Augsburger Textilviertel. Mit: Gisbert zu Knyphausen (Rheingau), Dota (Berlin), Gustav (Wien / A), Let’s Eat Grandma (Norwich / UK), Mammal Hands (Norwich / UK), Get Well Soon (Mannheim / Berlin), Swutscher (Hamburg), Das Paradies (Leipzig), The Bassas (Augsburg) u.a.

Künstlerischer Leiter des Brechtfestivals 2019: Patrick Wengenroth

Kurator*innen beim Brechtfestival 2019 sind: Girisha Fernando (Lange Brechtnacht, Poetry Slam), Gerald Fiebig und Max Sessner (Lyrik-Tag), Lydia Daher (Poetry Slam)


Eröffnung Brechtfestival am 22.2.2019 im martini-Park Uhr
19.00 Uhr: Eröffnung (martini-Park Foyer)
19.30 Uhr: Einführung zu „Auf der Straße“ mit Regisseurin Karen Breece und Dramaturgin Clara Topic-Matutin
20.00 Uhr: Berliner Ensemble – „Auf der Straße“

>> Akkreditierung für diese u. weitere Veranstaltungen unter: presse@brechtfestival.de

>> Interviewmöglichkeiten Patrick Wengenroth vor dem Festival in Augsburg zw. 13.-15. Februar nach Vereinbarung, Anfragen bitte an: presse@brechtfestival.de


Programm & Karten unter www.brechtfestival.de.
Die Programmzeitung ist z.B. in der Bürgerinfo am Rathausplatz erhältlich.

Pressunterlagen, u.a. ausführliche PM zur Programmvorstellung:
https://brechtfestival.de/presse/pressemitteilungen

Pressefotos zum Download:
https://brechtfestival.de/presse/pressebilder-1


Videoclips – nach Absprache auch für die Pressearbeit verwendbar:
Raum+Zeit – Antigone::Comeback: https://vimeo.com/296622714
Turbo Pascal – Böse Häuser: https://vimeo.com/250326146
She She Pop – Oratorium: https://vimeo.com/269842466
Berliner Ensemble – Auf der Straße: https://vimeo.com/299032784

Hintergrundinfos Patrick Wengenroth – Künstlerische Leitung Brechtfestival

Patrick Wengenroth, Jahrgang 1976, geboren in Hamburg, lebt mit seiner Familie in Berlin und arbeitet als Regisseur und Schauspieler. Für den von ihm mitgegründeten Theaterdiscounter/Berlin entwickelte er 2003 das Theater-Show-Format „Planet Porno“, das später seine künstlerische Heimat im Hebbel am Ufer/HAU hatte. Er inszeniert regelmäßig an der Schaubühne/Berlin, dem Hebbel am Ufer/HAU in Berlin und diversen anderen Theatern in Deutschland. Zudem produzierte er zusammen mit dem Deutschlandfunk Kultur diverse Hörspiele und stand als Kritiker für den ZDF-Kulturpalast vor der Kamera.

Von 2017 bis 2019 ist Patrick Wengenroth künstlerischer Leiter des Brechtfestivals Augsburg. Brechts Werk mit den gegenwärtigen Entwicklungen unserer Lebensrealität zu kontrastieren ist ein bestimmendes Ansinnen in seiner Arbeit. Das politische Denken und die ästhetische Praxis stehen im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung.
Das Festival öffnet sich für aktuelle gesellschaftspolitische Themen, wie z.B. Inklusion und Feminismus sowie künstlerische Fragen, wie die Fortentwicklung des Epischen Theaters in den Performing Arts und kollektive Arbeitsweisen. Ein Fokus liegt auf frei arbeitende Theatergruppen und Produktionen, die Brechts Einfluss auf die Theaterästhetik der Gegenwart unterstreichen. Neben Gastspielen und eigenen Produktionen tritt das Brechtfestival als Koproduzent und mit internationalen Kooperationen in Erscheinung. Es setzt Impulse zur Förderung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und schafft Angebote für junges Publikum und Nachwuchsautor*innen.

Die Nachfolge von Patrick Wengenroth für das Festival 2020 werden Tom Kühnl und Jürgen Kuttner antreten. Weitere Informationen folgen.

Allgemeine Infos zum Festival https://brechtfestival.de/festival/profil

Pressekontakt
Tina Bühner
Tel.: +49 821 2440 7597
Mobil: +49 151 12 90 8000
E-Mail: presse@brechtfestival.de
www.brechtfestival.de/presse (Pressetexte und Bildmaterial zum Download)

Presseinformationen unter: https://brechtfestival.de/presse/pressemitteilungen
Pressefotos Download: https://brechtfestival.de/presse/pressebilder-1


Kontakt Brechtbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg
Katrin Dollinger
Tel.: +49 821 324 342 71
brecht@augsburg.de


Webseite: www.brechtfestival.de
Instagram: https://www.instagram.com/brechtfestival/
Twitter: https://twitter.com/BrechtfestivalA
Facebook: https://www.facebook.com/brechtfestival/

Info
Das Brechtfestival Augsburg wird veranstaltet vom Brechtbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg in Kooperation mit dem Staatstheater Augsburg. Partner des Brechtfestivals ist die Stadtsparkasse Augsburg. Mit freundlicher Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, den Stadtwerken Augsburg, dem Bezirk Schwaben sowie weiterer Förderer und Sponsoren. Medienpartner sind die Augsburger Allgemeine Zeitung, Bayern 2, Münchner Feuilleton, taz, Nachtkritik und Theater der Zeit.