2018-12-17

»Brechtfestival für Städtebewohner*innen«
Programmveröffentlichung und Vorverkaufsstart am 17.12.2018

Pressemitteilung als PDF hier

Das Dickicht der Städte hat Bertolt Brecht fasziniert: pulsierend und lebendig, voller Verausgabung und Vielfalt, Einsamkeit und Reichtum, Anonymität, Enge, Konsum und Armut. Das Schrille und das Normale, Natur und Asphalt: Die Stadt hat alles und noch mehr. Nirgends fand Brecht eine vergleichbare Fülle an menschlichen Schicksalen, nirgends waren die gesellschaftlichen Widersprüche sichtbarer als im Nebeneinander der unterschiedlichsten Städtebewohner und Städtebewohnerinnen. „Die Stadt“: Sie ist in Brechts Werk allgegenwärtig, als Motiv und Schauplatz. Sie bietet Stoff für seine Stücke, eine Bühne für seine Gedanken und Themen für seine Lyrik.

Überblick

Ausgehend von Bertolt Brechts Gedichtzyklus „Aus dem Lesebuch für Städtebewohner“ (1926/27) ist die Beschäftigung mit dem Menschen in der Stadt das thematische Zentrum des Brechtfestivals 2019. Das „Brechtfestival für Städtebewohner*innen“ begibt sich vom 22.2. bis 3.3.2019 mit einem zeitgemäßen und genreübergreifenden Programm aus Theater, Performance, Literatur, Musik, Vorträgen und Workshops auf die Spuren der Kräfte, die das Antlitz der neuen Städte gestalten. Das Festival legt einen (formalen) Schwerpunkt auf Produktionen, die in ihrer Ästhetik und mit kollektiven Arbeitsweisen Brechts Theatertheorie und -praxis weiterführen. Die feministische Linie des Festivals ist 2019 praktische Anwendung – mit Musiker*innen, Regisseur*innen, Schriftsteller*innen als perspektivgebenden Hauptfiguren.

Beim Brechtfestival ergänzen sich bewährte Formate wie „Die Lange Brechtnacht“ und der Poetry Slam, Beiträge lokaler Kulturakteur*innen und renommierte Gastspiele – etwa des Berliner Ensembles, sowie die freie, mit den Grimme-Preisträgern Devid Striesow und Sebastian Blomberg, Jasna Fritzi Bauer und Ursina Lardi u.a. prominent besetzte Theaterproduktion „Unendlicher Spaß“ des Regisseurs Thorsten Lensing. Ausgewählte Produktionen namhafter deutscher Performance-Kollektive, wie zum Beispiel von She She Pop, andcompany&Co. oder Turbo Pascal, erweitern das Festivalerlebnis um inspirierende Facetten. Auf den Bühnen des Staatstheaters, im Kulturhaus abraxas, Sensemble Theater, Brechthaus, TIM, Provino Club, Parktheater und Grandhotel Cosmopolis sowie an vielen anderen kulturellen Hotspots der Stadt wird das Brechtfestival unter der künstlerischen Leitung von Patrick Wengenroth Brechts Werk erneut mit den gegenwärtigen Entwicklungen unserer Lebensrealität kontrastieren.

Theater: hochkarätige Gastspiele und Produktionen aus Augsburg

Zur Eröffnung am 22.2. ist das Berliner Ensemble mit der Dokumentar-Theater-Arbeit „Auf der Straße“ der Regisseurin Karen Breece zu Gast. Breece ging ausführlich der Frage nach, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein, und widmet sich dem Thema Obdachlosigkeit. Das Ergebnis ist eine mutige Produktion mit Schauspieler*innen des Ensembles und von Wohnungs- und Obdachlosigkeit betroffenen Menschen, die ohne Voyeurismus und Tränendrüsendruck nach gesellschaftspolitischen Klassikern fragt – soziales Miteinander und Solidarität: „...ein kluger, ziemlich großartiger Theaterabend“ (Peter Laudenbach, SZ). Zum Finale des Brechtfestivals trifft am 3.3. ein hochkarätiges Ensemble mit Jasna Fritzi Bauer, Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski und Tatort-Kommissar und Grimme-Preis Träger Devid Striesow auf einen der brillantesten Texte des ausgehenden 20. Jahrhunderts, der den Blick auf die andere Seite der gesellschaftlichen Schere richtet. „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace thematisiert den an seinem Wohlstand und den Überforderungen der Gegenwart zugrunde gehenden Menschen der westlichen (urbanen) Welt. Regisseur Thorsten Lensing hat das 1500 Seiten starke Portrait einer Erschöpfungsgesellschaft zu einem fesselnden Theaterabend mit Starbesetzung verdichtet.

Das Staatstheater Augsburg ist Kooperationspartner des Brechtfestivals und erneut mit einer Brecht-Premiere am Programm beteiligt (23.2.). „Baal“ mit seiner entfesselten Dichterkunst, dem Wald und den Naturgewalten stellt einen Kontrapunkt zur kalten und düsteren Stadtlyrik des „Lesebuchs“ dar. Die Regisseurin Mareike Mikat unterzieht den Text einem Stresstest aus dem Blickwinkel unserer Gegenwart. Das Junge Theater Augsburg arbeitet mit „Home is where the heart is“ die deutsch-amerikanische Stadtgeschichte auf. In der Nachkriegszeit war Augsburg einer der größten US-amerikanischen Militärstandorte in Deutschland. 20 Jahre nach Schließung der letzten US-Kaserne richtet das Bürgerbühnenstück den Blick auf das Zusammenleben in der ehemaligen Garnisonsstadt, Premiere ist am 22.2. „Electronic City“ von Falk Richter spielt in einem elektronischen Metropolis, einer globalen Stadt, die von der universalen Dienstleistungsindustrie beherrscht wird. Das Stück zeichnet das Portrait der digital vernetzten Gesellschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Am Sensemble Theater feiert die Inszenierung von Sebastian Seidel am 22.2. Premiere. Eigens für das Brechtfestival richtet das Augsburger Ensemble Bluespots Productions mit „Shitty City“ einen zehnteiligen theatralen Parcours durch die Stadt Augsburg ein, der die Gedichte aus dem „Lesebuch“-Zyklus in Szene setzt. Zehn Tage lang wird die Stadt zum Spielort für Brechts Lyrik (22.2-3.3.). Auf Einladung des Brechtfestivals befasst sich das Theter Ensemble mit einem weiteren wichtigen Gesellschaftsanalytiker und -kritiker des 20. Jahrhunderts: Rainer Werner Fassbinder. Unter der Leitung von Leif Eric Young geht es in der Neuinszenierung von „Anarchie in Bayern“ um die gesellschaftliche Kraft von Bedrohungsszenarien. Premiere ist am 28.2.

Schwerpunkt 2019: Kollektive & erweiterter Theaterbegriff

Brecht hat seit früher Jugend mit kollektiven Arbeitsweisen experimentiert. Auch in seinen ästhetischen Schriften hat er über neue, bewegliche, theatrale Formen und Kollektiv-Ideen nachgedacht. Ganz bewusst wurden deshalb zum Brechtfestival 2019 einige der erfolgreichsten Regie-Kollektive des deutschsprachigen Raums nach Augsburg eingeladen. Nicht nur in ihren Arbeitsweisen, sondern auch in Inhalten und Ästhetik knüpfen sie an Brechts Arbeit an. Ihre Stückentwicklungen befassen sich mit brennenden gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Fragestellungen. Sie halten der (Stadt-) Gesellschaft den Spiegel vor, fordern zum Mitdenken und Handeln auf.

Spätestens seit Brecht ist bequemes, unbeteiligtes Zurücklehnen in den Zuschauersitzen passé. Sein Theater hat mit dem Publikum zu tun, spricht es direkt an, ist eine Handlungsaufforderung, etwas Aktivierendes, das in direktem Zusammenhang von Einzelnem und Gesellschaft steht. Zeitgenössisches Performance-Theater knüpft daran an und zeigt, wie sinnlich, vielfältig und inspirierend heutige Theatersprachen sein können. Es arbeitet mit neuen Erzählformen und Verfremdungseffekten, die die Wahrnehmung wachrütteln. Und es ist eine Einladung und Aufforderung an das Individuum, im theatralen Prozess subjektive Erfahrungen zu machen, eigene Gedanken zu entwickeln und darüber in den Dialog mit anderen zu treten.

Auf den Spuren von Brechts epischem Theater befasst sich das Brechtfestival 2019 als formalem Schwerpunkt mit einem erweiterten Theaterbegriff. Eingeladen und beteiligt sind mehrere Produktionen, die Brechts Theatertheorie und seine Ästhetik fortführen und den theatralen und performativen Begriff auf interessante Weise bereichern.

Gastspiele: Performance-Theater und theatrale Installation

Das überwiegend weiblich besetzte Performance Kollektiv She She Pop gehört zu den internationalen Aushängeschildern des experimentellen Theaters made in Germany und feierte kürzlich sein 25jähriges Jubiläum. In ihrer aktuellen Produktion „Oratorium – Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten Geheimnis“ durchleuchten sie kritisch die Frage des (Privat-)Eigentums. Die These des Stücks: Nichts bestimmt unsere Gesellschaft und das Zusammenleben so sehr und wirkt dabei gleichzeitig so trennend auf die Gemeinschaft wie das Eigentum. „Oratorium“ ist von Brechts Lehrstücktheorie ebenso inspiriert wie vom antiken Theater. Wer ist präsent, wer wird repräsentiert? Die Zuschauer sind aufgefordert, sich aktiv als Chor in das szenische Wechselspiel aus Rede und Gegenrede einzubringen. Der Einzelne, die Gemeinschaft und die Wechselwirkungen
aus beidem sind formal und inhaltlich ununterbrochen präsent und stehen zur Debatte. (2.3. und 3.3.)

Gleiches gilt für die Produktion „Böse Häuser“ von Turbo Pascal (24.2. und 25.2.), einem theatralen Gedankenexperiment zu Individuum und Gesellschaft. Rund 70 Zuschauer bekommen per Bluetooth-Kopfhörer von mehreren Performern unterschiedliche Gedanken-Anordnungen und Mitmachaufforderungen direkt auf die Ohren. Wie gehen wir mit denen um, die Dinge anders sehen? Das Publikum erlebt auf spielerische Weise neue Perspektiven auf sich und andere.

Inspiriert von Brechts „Mahagonny“ haben andcompany&Co. eine Performance entwickelt, die die sozialistischen Anfänge des Internets unter die Lupe nimmt. Wie konnte es dazu kommen, dass die Idee einer Kommunikation, die alle Menschen als gleichwertige Individuen vereint, sich in ihr Gegenteil verkehrte? „Colonia Digital – The Empire feeds back!“ spielt an einem dystopischen Ort nach dem großen Datencrash.
Wer lernen will, die schwindelerregende Komplexität der Gegenwart auszuhalten, kann dies am 27. und 28.2. beim Brechtfestival trainieren.

Der Regisseur Bernhard Mikeska arbeitet unter dem Namen „Raum+Zeit“ im Kollektiv mit dem Autor Lothar Kittstein und der Dramaturgin Alexandra Althoff. In ihrer Eins-zu-Eins-Performance „Antigone::Comeback“ schicken sie die Zuschauer*innen jeweils einzeln auf eine Zeitreise. Ausgestattet mit einer VR-Brille werden sie Zeuge bzw. Zeugin einer Antigone-Probe von Bertolt Brecht und Helene Weigel am Theater Chur im Jahr 1948. Das Verhältnis von Bühne und Publikum, aber auch von Raum und Zeit wird dabei neu in Beziehung gesetzt. Die Konstruktion subjektiver Wahrnehmung und (vermeintlicher) Realität ist auf faszinierende Weise in der theatralen Form enthalten und lädt – ganz im Geiste Brechts – zum Diskurs ein. Einzeltermine vom 24.2.-27.2. jeweils von 17.36 bis 21.48 Uhr alle 12 Minuten (Anmeldung unbedingt erforderlich).

Workshop: Theater als Expedition

Was ist das Besondere an Performing Arts und wieso kann Brecht als Wegbereiter dieser Kunstform gelten? Darum geht es in einem Workshop mit Imme Heiligendorff und Nicoletta Kindermann vom Staatstheater Augsburg, der in der Reihe „Theater als Expedition“ stattfindet. Interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer, die neue Perspektiven auf das Theater von heute suchen oder Nachholbedarf im Bereich performatives Theater verspüren sind herzlich eingeladen an „Performing Arts für Einsteiger*innen“ am 27.2. teilzunehmen. Eine Expedition „Schauspiel Baal“ gibt es am 26.2.

Musikprogramm: Konzerte für Städtebewohner*innen

Musik war für Brecht von Anfang an eine lust- und kraftvolle Ausdrucksform. Angefangen haben die Experimente mit Texten und Tönen in frühester Jugend mit den Liedern zur „Klampfe“, die Brecht mit seiner Augsburger Clique zelebrierte. Texte und Gedichte, Lieder und Songs, Musik, Poesie und Theater, Gesellschaft und Individuum, neue Formen, neue Sprachen, neue Ausdrucksweisen – alles das gehört zusammen und essentiell zu Brechts Werk. Deswegen gehört zum Brechtfestival seit einigen Jahren auch ein zeitgenössisches Musikprogramm. Am 23.2. treffen bei „(M)ein Lied für Augsburg“ Singer-Songwriter*innen und Bands aufeinander, die dem Open-Call des Brechtfestivals gefolgt sind, und ein Lied für Augsburg geschrieben haben. Bei dem Liederabend für Augsburg entscheidet das Publikum über die zukünftige Stadthymne. „Die Lange Brechtnacht“ am 1.3. ist der popkulturelle Höhepunkt des Festivals und greifet das Lebensgefühl der Städtebewohner*innen musikalisch auf. Mit 12 Konzerten auf fünf Bühnen in drei Locations im Augsburger Textilviertel, die alle fußläufig erreichbar sind. Zu Gast sind u.a.: Gisbert zu Knyphausen (Rheingau), Dota (Berlin), Gustav (Wien / A), Let’s Eat Grandma (Norwich / UK), Mammal Hands (Norwich / UK), Get Well Soon (Mannheim / Berlin), Swutscher (Hamburg), Das Paradies (Leipzig), The Bassas (Augsburg) u.a. (ausführliche Presseinformationen vorhanden).

Lyrik und Literatur: neue Städtegedichte und urbane Texte

Keine Stadt ohne Disko. Der 1987 in Augsburg geborenen Schriftsteller, Dramatiker und Hörspielregisseur Michel Decar inszeniert auf Einladung des Brechtfestivals seinen gefeierten Debütroman „Tausend deutsche Diskotheken“ als Live-Hörspiel mit drei Schauspieler*innen im Provino Club (24.2.).

Im Rahmen des Lyrik-Tages „Von diesen Städten wird bleiben: der durch sie hindurchging, der Wind!“ tragen sechs bedeutende zeitgenössische Lyrikerinnen und Lyriker ihre eigenen Werke vor, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Stadt befassen, und setzen diese ins Verhältnis zu ausgewählten Gedichten aus dem „Lesebuch für Städtebewohner“ von Brecht. Die Lesung mit Nancy Hünger, Ulrich Koch, Kathrin Schmidt, Daniela Seel, Ulf Stolterfoht und Raphael Urweider findet in zwei Sets in der Stadtbibliothek statt. Bei anregender Brunchatmosphäre ist das Publikum eingeladen, mit den Vortragenden ins Gespräch zu kommen. Inspiriert von Brechts Städte-Gedichten präsentieren Björn Gögge, Felix Römer, Leticia Wahl und Jule Weber beim Poetry-Slam am 26.2. ihre Texte, die Musiker Tom Jahn an den Tasten, Girisha Fernando am Bass und Stefan Brodte an den Drums improvisieren live dazu. Der Hamburger Journalist und Fernseh-Reporter Michel Abdollahi moderiert das poetische Kräftemessen.

Welche literarische Kraft steckt in der Auseinandersetzung mit den hässlichen Seiten des Menschseins, wie Vereinzelung, kaputten Beziehungen, Armut, Erfolgsdruck und Konsumzwang? Welche Deformationen erleiden Städtebewohner*innen durch die sie umgebende Architektur? Wann sind vier Wände Refugium oder Gefängnis? Im Rahmen der Lesung „Dystopia Urbana“ am 2.3. kommen die Autor*innen Dirk Bernemann („Asoziales Wohnen“), Julia von Lucadou („Die Hochhausspringerin“) und Johanna Maxl („Unser großes Album elektrischer Tage“) mit Festivalleiter Patrick Wengenroth ins Gespräch.

Junges Brechtfestival: Mitmachen!

Augsburger Schülerinnen und Schüler waren von Brechtbüro und Brechtkreis dazu eingeladen, ihre Gedanken zum Thema „Stadt“ künstlerisch zu verarbeiten. Unter dem Titel „In der Asphaltstadt bin ich daheim“ konnten sie mit Texten, Musik, Bildern, Fotografien und Filmen teilnehmen. Die feierliche Preisverleihung findet am 26.2. im Parktheater statt.

Freie Gruppen arbeiten anders als klassische Theater. Stückentwicklungen, wie sie auch das Brechtfestival 2019 zeigt, sind ein gutes Beispiel dafür. Wie werden Texte als Gemeinschaftsarbeit geschrieben, erprobt und gespielt? Festivalbesucherinnen und –besucher ab 15 Jahren können im Workshop „Neue Böse Häuser bauen“ von Turbo Pascal diesen aufregenden Prozess hautnah erfahren und selbst gestalten. Gemeinsam
gearbeitet wird vom 25.2. bis zum 1.3., den Abschluss bildet eine Präsentation am Samstag, 2.3., im Grandhotel Cosmopolis.

Weitere Veranstaltungen: Literaturwissenschaft, Vorträge und mehr

Die Live-Installation „Voices & Noises“ befasst sich am 23.2. mit 100 Jahren Krach in der Kunst. In der biographischen Lecture „Der Morgen riecht immer nach Raubtieren“ folgt Michael Friedrichs Bertolt Brecht gemeinsam mit Schauspielerin Ute Fiedler durch die Straßen der Großstadt Berlin (2.3.). Kurt Idrizovic lädt unter dem Titel „Die Städte sind für Dich gebaut“ zum musikalischen Brunch mit Stadtoberhäuptern und einem Parteivorsitzenden ein (24.2.). Das Kulturamt Königsbrunn reist mit Brecht um die Welt: „Biddi, wie ist Sumatra“ am 28.2. mit Prof. Dr. Joachim Lucchesi (Vortrag), Isabell München (Gesang) und Rita Marx (Klavier). „Literaturwissenschaft für Städtebewohner*innen“ trägt die Brecht Forschungsstätte Augsburg bei, mit Vorträgen von Prof. Dr. Prof. h.c. Jürgen Hillesheim (Brecht Forschungsstätte Augsburg) und Prof. Dr. Helmut Kiesel (Universität Heidelberg) und einer Ausstellung am 28.2. und 2.3.

Künstlerischer Leiter des Brechtfestivals 2019 ist der Berliner Regisseur und Schauspieler Patrick Wengenroth. Brechts Werk mit den gegenwärtigen Entwicklungen unserer Lebensrealität zu kontrastieren, ist ein bestimmendes Ansinnen in Wengenroths Arbeit. Das politische Denken und die ästhetische Praxis stehen im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung – mit ihrer ungebrochenen Relevanz und Aktualität
angesichts der gegenwärtigen Erosionsphänomene, Kulturkrisen und brennenden gesellschaftlichen Fragen, die Deutschland, Europa und die ganze Welt bewegen.

Kurator*innen beim Brechtfestival 2019 sind: Girisha Fernando (Lange Brechtnacht, Poetry Slam), Gerald Fiebig und Max Sessner (Lyrik-Tag), Lydia Daher (Poetry Slam).

Infos zum Brechtfestival und den Veranstaltungen, Kartenvorverkauf und Presseinformationen zum Download ab 17.12. unter www.brechtfestival.de. Die Programmzeitung ist ab Ende Dezember erhältlich, z.B. in der Bürgerinfo am Rathausplatz.

Videoclips – nach Absprache auch für die Pressearbeit verwendbar:
Raum+Zeit – Antigone::Comeback: https://vimeo.com/296622714
Turbo Pascal – Böse Häuser: https://vimeo.com/250326146
She She Pop – Oratorium: https://vimeo.com/269842466
Berliner Ensemble – Auf der Straße: https://vimeo.com/299032784


Kurztext: „Brechtfestival für Städtebewohner*innen“

Das Brechtfestival 2019 (22.2.-3.3.) widmet sich dem Leben in der Großstadt. Es erzählt von Menschen in aufstrebenden Städten, von Überlebensstrategien, Aufstiegshoffnungen, Abstiegsängsten, von schwindelerregenden Höhenflügen und knallharten Abstürzen. Literarische Bezugsgröße ist Brechts Gedichtsammlung „Aus dem Lesebuch für Städtebewohner“ (1926/27), Brecht greift darin die Erfahrungen des modernen Menschen in den Städten auf. Das Brechfestival spürt diesem Lebensgefühl in der Gegenwart nach – an über 20 Orten in der ganzen Stadt mit 11 Theaterproduktionen, 6 Literaturveranstaltungen, der Langen Brechtnacht als popkulturellem Event, mit dem Singer-Songwriter*innen Wettbewerb „(M)ein Lied für Augsburg“ und einem anregenden Workshop Programm.

Zu den Theater-Highlights zählen „Auf der Straße“ als die Eröffnung mit dem Berliner Ensemble, Mareike Mikats Neu-Inszenierung von „Baal“ als Beitrag des Staatstheater Augsburg, das Virtual Reality Theater „Antigone::Comeback“ von „Raum+Zeit“, „Oratorium“ von She She Pop als „Lehrstück 2.0“ und die Bühnenadaption von David Foster Wallaces‘ „Unendlicher Spaß“ mit Tatort-Kommissar und Grimme-Preis Träger Devid Striesow in einem durchwegs hochkarätig besetzten Ensemble.

Literaturliebhaber*innen dürfen sich auf einen anregenden Lyrik-Brunch mit Nancy Hünger, Daniela Seel, Ulf Stolterfoht, Ulrich Koch, Kathrin Schmidt und Raphael Urweider – sechs herausragenden Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartslyrik – freuen. Zudem wird der in Augsburg gebürtige Dramatiker Michel Decar seinen gefeierten Debütroman „Tausend deutsche Diskotheken“ als Live-Hörspiel mit drei Schauspieler*innen im Provino Club zur Aufführung bringen.

Weitere Infos zu den einzelnen Veranstaltungen und zum Kartenvorverkauf ab 17.12. unter www.brechtfestival.de.

Pressekontakt
Tina Bühner
Tel.: +49 821 2440 7597
Mobil: +49 151 12 90 8000
E-Mail: presse@brechtfestival.de (NEU!)
www.brechtfestival.de/presse (Pressetexte und Bildmaterial zum Download)

Kontakt Brechtbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg
Katrin Dollinger
Tel.: +49 821 324 342 71
brecht@augsburg.de

Webseite: www.brechtfestival.de
Instagram: https://www.instagram.com/brechtfestival/
Twitter: https://twitter.com/BrechtfestivalA
Facebook: https://www.facebook.com/brechtfestival/

Info
Das Brechtfestival Augsburg wird veranstaltet vom Brechtbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg in Kooperation mit dem Staatstheater Augsburg. Partner des Brechtfestivals ist die Stadtsparkasse Augsburg. Mit freundlicher Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, den Stadtwerken Augsburg, dem Bezirk Schwaben sowie weiterer Förderer und Sponsoren. Medienpartner sind die Augsburger Allgemeine Zeitung, Bayern 2, Münchner Feuilleton, taz, Nachtkritik und Theater der Zeit.


Impressum:
Stadt Augsburg, Kulturamt
Leitung: Elke Seidel
Bahnhofstraße 18 1/3 a
86150 Augsburg
Tel.: 0821-324 342 51
E-Mail: kulturamt@augsburg.de