Rosa – eine beinahe unbekannte Freundin Brechts

Brechtkreis und Kunstsammlungen eröffnen Sonderausstellung

1920 entsteht im Schnellzug zwischen Augsburg und Berlin das berühmte Gedicht „Erinnerung an die Marie A.“. Dahinter steckt eine wahre Geschichte. Sie beginnt in einer der beliebtesten Eisdielen Augsburgs. Im Ulrichsviertel trifft der umtriebige Bertolt Brecht zum ersten Mal auf „Rosemarie“, die eigentlich Maria Rosa Amann heißt. Ihr Vater hat einen Friseursalon am Kesselmarkt. Die Schülerin geht auf eine Mädchenschule (heute Maria Ward) und turnt im Sportverein. Bald holt Brecht sie nach der Schule ab und sie schreiben sich Briefe. Klingt harmlos, war damals aber noch ein echter Skandal.

Wie Brecht die Schulleitung austrickste und wie „Rosemarie“ ihre kurze Beziehung Jahrzehnte später schilderte, hat Dr. Michael Friedrichs vom Augsburger Brechtkreis recherchiert. Die gesammelten Dokumente und Materialien der Sonderausstellung „Rosa“ nähern sich einer fast in Vergessenheit geratenen Frau und geben zugleich zarte Einblicke in Augsburger Jugendkultur vor 100 Jahren.


Die Ausstellung greift das Thema des diesjährigen Schulwettbewerbs auf, den der Augsburger Brechtkreis in Kooperation mit dem Brechtfestival veranstaltet, und bietet eine Vorschau auf den Arbeitsschwerpunkt des kommenden Brechtfestivals „Brecht und die Frauen“.

Wegen der Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie fand die Eröffnung als geschlossene Veranstaltung statt. Die Ausstellung ist ab sofort. innerhalb der Öffnungszeiten des Brechthauses von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Für Schülerinnen und Schüler, die am Wettbewerb teilnehmen, ist der Eintritt kostenlos.