Samstag 22.02.
18.00 Uhr martini-Park, Halle B13

"Švejk/ Schwejk" - Schauspiel in drei Teilen nach J. Hašek, B. Brecht und von P. Hulová (Uraufführung)

Schwejk, der Antiheld – Schwejk, der Anarchist – Schwejk, der "größte Trottel der Weltliteratur": In der Regie von ­Armin Petras erprobt ein Ensemble aus deutschen und tschechischen Schauspieler*innen gemeinsam und in beiden Landessprachen, was es bedeutet, Schwejk zu sein.

© Jan-Pieter Fuhr

Jaroslav Hašeks Roman »Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk im Weltkrieg«, 2014 von Antonín Brousek neu übersetzt, ist voll von Episoden und Anekdoten. Er spielt an den Rändern des Krieges und zeigt die Menschheit im Zustand der Mobilisierung, eine Welt im Umbruch und den Menschen im Status der Entmenschlichung. Neben militärischer und historischer Realität lebt Hašeks Roman von schwarzer Komik und Satire, die die Absurdität des Krieges widerspiegelt. Die zeitgenössische Kritik war über den 1923 erschienenen »Schelmenroman« Hašeks zunächst empört, bevor er zur tschechischen Nationaldichtung, zum tschechischen »Urfaust« wurde.
In Anlehnung an Hašeks Roman schrieb Bertolt Brecht ab 1943 das Drama »Schweyk im Zweiten Weltkrieg«. Mit Bühnenmusik von Hanns Eisler wurde es erst 1957 – kurz nach Brechts Tod – in Warschau uraufgeführt. Brechts Versuch, Hašeks Roman in eine »kabarettistische Satire« auf seine Gegenwart hin zu übertragen, galt vielen Kritiker*innen damals wie heute als gescheitert: Die Veränderung der österreichisch-ungarischen Armee in SS-Soldaten lähme die Narrenfreiheit dieses »Schweyk«.
Das Staatstheater Augsburg und die Städtischen Bühnen Prag unternehmen in der Spielzeit 2019 / 20 das Wagnis, »Švejk / Schwejk« auf die Bühnen beider Städte zu bringen. In einem dreiteiligen Theaterabend, der sich dem Stoff von einer biografisch-zeit­geschichtlichen Seite nähert, wird die Entstehung, Bearbeitung und Weiterentwicklung des »Schwejk« gezeigt, um die Frage zu stellen, was er uns heute noch zu sagen hat.

Mit: Johannes Cotta, Martin Donutil, Sarah Haváčová, Anatol Käbisch, Andrej Kaminsky, Tomáš Milostný, Eva Salzmannová & Katja Sieder • Regie: Armin Petras • Dramaturgie: Sabeth Braun & Jana Slouková • Bühne: Patricia Talacko & Rebecca Riedel • Kostüme: Patricia Talacko • Musik: Johannes Cotta • Video: Rebecca Riedel • Licht: Norman Plathe

Eine Koproduktion des Staatstheaters Augsburg mit den Städtischen Bühnen Prag und Beitrag des Staatstheaters Augsburg zum Brechtfestival 2020

Ort: B13, martini-Park, Große Bühne
Dauer: ca. 3 Stunden, eine Pause