Gustav

© Thomas Degen

Lange Brechtnacht - Musik

Dieses Charisma aus Eleganz und Charme und intellektuellem Biss, das man bei der Sängerin Gustav findet, sucht im deutschsprachigen Pop seinesgleichen. Der unverwechselbare Gustav-Sound, der sich aus unterschiedlichsten Einflüssen speist, ist mit subversiv politischen Texten verknüpft. Eva Jantschitsch, wie Gustav mit bürgerlichem Namen heißt, ist in Graz aufgewachsen und studierte Medienkunst in Wien. Dort galt sie als eine der Pionierinnen des Electro-Pop, weil sie ihren Laptop von Anfang an als Musikinstrument begriff. Eines, das man mit Sounds und Samples füttern und dabei wunderbare Lieder basteln konnte. „Rettet die Wale und stürzt das System und trennt euren Müll, denn viel Mist ist nicht schön“, sang sie 2004 auf ihrem ersten Album. Die soziale Botschaft im zauberhaften Musikgewand bescherte ihr einen Undergroundhit. In den vergangenen Jahren schuf die mehrfach ausgezeichnete Künstlerin Film- und Theatermusiken in Wien und in München. In der „Langen Brechtnacht“ präsentiert sie zusammen mit den Musiker*innen Elise Mory, Rina Kaçinari, Oliver Stotz, Didi Kern und Imre Lichtenberger-Bozoki neben eigenen Songs auch Musikstücke aus der Neufassung der legendären „Proleten-Passion“ und der mitreißenden Produktion „Alles Walzer, alles brennt“ des Wiener Volkstheaters.