„Ein von Schatten begrenzter Raum“

Autorinnenlesung, Emine Sevgi Özdamar

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>> Festivalzentrale im Staatlichen Textil- und Industriemuseum (tim)
>> Sonntag, 20.2.2022, 15.30 Uhr
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>> Sonntag, 20.2.2022, 15.30 Uhr im Livestream
>> im Anschluss in der Mediathek verfügbar
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Nach dem Putsch 1971 hält das Militär nicht nur das Leben, sondern auch die Träume der Menschen in der Türkei gefangen. Künstlerinnen und Künstler, Linke, Intellektuelle fürchten um ihre Existenz; auch die Erzählerin, die aus Istanbul übers Meer nach Europa flieht. Im Gepäck: der Wunsch, Schauspielerin zu werden, und das unbedingte Verlangen, den so jäh gekappten kulturellen Reichtum ihres Landes andernorts bekannt zu machen und lebendig zu halten, ohne sich im »Tiergarten der Sprachen« auf die bloße Herkunft beschränken zu lassen. Und dort, inmitten des geteilten Berlin, auf den Boulevards von Paris, im Zwiegespräch mit bewunderten Dichtern und Denkern, findet sie sich schließlich wieder in der »Pause der Hölle«, in der Kunst, Politik und Leben uneingeschränkt vereinbar scheinen.
Emine Sevgi Özdamars neuer Roman ist das vielstimmige Loblied auf ein Nachkriegseuropa, in dem es für kurze Zeit möglich schien, allein mit den Mitteln der Poesie Grenzen einzureißen. Er ist der sehnsuchtsvolle Nachruf auf die Freunde, Künstler, Bekanntschaften, die sie auf ihrem Weg begleiteten. Vor allem aber ist er die wortgewaltige Eröffnung eines Raums zwischen Bedrohung und Geborgenheit, eines von Schatten begrenzten Raums.
„In meiner türkischen Sprache war ich damals sehr unglücklich. Meine Wörter waren krank. 1971 gab es einen Militärputsch. Menschen wurden wegen Wörtern gefoltert, getötet, ins Gefängnis gesteckt. Nur ein Traum konnte mir in dieser schwierigen Zeit helfen. Mir haben damals in Istanbul Brechts Wörter geholfen und eine Utopie versprochen: Großes bleibt nicht groß, Kleines bleibt nicht klein. Brecht hatte vor uns eine körperliche Erfahrung mit dem Faschismus gemacht.“ Tagesspiegel 2011

Emine Sevgi Özdamar

wuchs in Istanbul auf, wo sie auch die Schauspielschule besuchte. Auch aufgrund der sich zuspitzenden politischen Lage in ihrem Land entschied sie sich in den späten 1970er Jahren nach Berlin zu gehen. Sie wurde Assistentin von Regisseuren wie Matthias Langhoff, Einar Schleef und Claus Peymann. Neben ihrer Arbeit Schauspielerin begann Özdamar selbst Regie zu führen und Theaterstücke zu schreiben, später auch Erzählungen und Romane. Seit 2017 ist sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin.

Buch erhältlich bei Suhrkamp

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