24. Dezember

Die gute Nacht

Der Tag, vor dem der große Christ

zur Welt geboren worden ist,

war hart und wüst und ohne Vernunft.

Seine Eltern, ohne Unterkunft,

fürchteten sich vor seiner Geburt,

die gegen Abend erwaret wurd,

denn seine Geburt fiel in die kalte Zeit.

Aber sie verlief zur Zufriedenheit.

Der Stall, den sie doch noch gefunden hatten,

war warm und mit Moos zwischen seinen Latten,

und mit Kreide war auf die Tür gemalt.

daß der Stalll bewohnt war und bezahlt.

So wurde es doch noch eine gute Nacht,

auch das Heu war wärmer, als sie gedacht.

Ochs und Esel waren dabei,

damit alles in der Ordnung sei.

Eine Krippe gab einen kleinen Tisch,

und der Hausknecht brachte heimlich einen Fisch.

(denn es mußte bei der Geburt des großen Christ

alles heimlich gehen und mit List.)

Doch der Fisch war ausgezeichnet und reichte durchaus

und Maria lachte ihren Mann wegen seiner Besorgnis aus

denn am Abend legte sich sogar der Wind,

und war nicht mehr so kalt, wie die Winde sonst sind.

Aber bei Nacht war es fast wie ein Föhn,

Und der Stall war warm und das Kind war sehr schön.

Und es fehlte schon fast gar nichts mehr,

da kamen auch schon die Dreikönig daher!

Maria und Joseph waren zufrieden sehr.

Sie legten sich sehr zufrieden zum Ruhn

Mehr konnte die Welt für den Christ nicht tun.

 

(GBA 13, S.339f.)

 

In „Marianne“ reflektiert ein junger Bertolt Brecht über Beziehungen. Der auf Tagebuchaufzeichnungen basierende animierte Kurzfilm aus dem Jahr 2013 entstand beim New Yorker Produktionsbüro Ace&Son (Regie: Richard O`Connor).

 

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