19. Dezember

Ein kurzer Eintrag in Brechts Notizbuch aus dem Jahr 1941 besagt:

“Le[e] Masters epigramme als film. die personen der kleinen stadt rezitieren.”

Die Notiz hält ein Vorhaben von Brecht fest, die 1916 veröffentlichte Spoon River Anthology des amerikanischen Schriftstellers Edgar Lee Masters (1869–1950) als Film umzusetzen. Eine Begegnung zwischen beiden war dann in den Jahren 1944/45 geplant und sogar von Brechts Freund und “amerikanischem Mentor” Ferdinand Reyher in die Wege geleitet, fand jedoch nie statt. … Der wichtigste Grund, dass das Projekt wie das Hornberger Schießen ausging, war Masters’ Armut: er konnte sich die Eisenbahnfahrt zur Westküste nicht leisten…

Masters’ Spoon River Anthology besteht aus 212 kurzen Grabinschriften der Toten des fiktiven Dorfes Spoon River, so genannt nach dem Fluss Spoon, der in der Nähe des Geburtsorts von Masters, Lewistown im Bundesstaat Illinois, fließt. Die Epitaphien werden selbst von den Toten gesprochen und sollen das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt satirisch darstellen.

(Gerrit-Jan Berendse – Brecht–Masters–Kunert, in: The Brecht Yearbook 44, S.1f. Copyright © 2019 by the International Brecht
Society

Edgar Lee Masters. THE HILL:

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