16. Februar 2022

Ein wildes Gewusel unweit der Mauer und die Worte „Geh doch nach drüben“. Mit dieser Gemengelage eröffnet der Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller 1977 sein Porträt über Thomas Brasch. Dieser wolle selbst nicht zum Aussichtspunkt, von dem aus man nach „drüben“ kucken kann. „Schließlich sei er ja kein Zoobesucher.“

Troller erwischt Brasch in einem verlorenen Moment, so scheint es. Erst kurz zuvor reiste Brasch aus der DDR in den Westen. Das Portrait beleuchtet Leben und Denken des deutsch-deutschen Schriftstellers und Dramatikers, der nie wirklich ankam und nie aufhörte zu provozieren. Schließlich sind es diese widersprüchlichen Verhältnisse, die anfangs zu sehen sind, denen Brasch auch später noch dankt, da er in ihnen die Grundlage seiner Arbeit als Schriftsteller sieht. „Erst die Widersprüche sind die Hoffnung.“

Neben „Morgen wird auch ein schöner Tag, sagte die Eintagsfliege“ – Ein Theaterabend mit Texten von Thomas Brasch, zeigt das Liliom-Kino die 2018 erschienene Dokumentation „Familie Brasch. Eine Deutsche Geschichte“. Darüber hinaus laufen von Thomas Brasch die Filme „Engel aus Eisen“ und „Der Passagier – Welcome to Germany“.

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