21. Dezember

Vor sechs Jahren stieß ich im Brecht-Archiv bei der Vorbereitung einer GALILEI-Inszenierung auf die Tonbänder seiner Proben aus dem Jahr 1955/56. Beim Hören wurde mir klar, dass sechzig Jahre Erinnerungs- und Interpretationsschutt die Theaterarbeit Brechts verdunkelt hatten. Die Probenmitschnitte eröffneten mir einen neuen, ungefilterten Blick auf seine praktische Arbeit. Brechts Klugheit, seine Sinnlichkeit, seine Vitalität und die Überzeugung, diese überliefern zu müssen, waren der Motor für diese Unternehmung. Aus knapp einhundert Stunden Material entstand ein zweistündiges Konzentrat, das Brechts Stück folgt und dem Regisseur mit seiner Klugheit, seinem Humor, seiner Vitalität. Als mir klar wurde, dass die Ordnung der Dinge auch mit Lebendigkeit bezahlt wird, bezog ich den Musiker und Komponisten Joachim Werner in diese Unternehmung ein. Er verwob unzählige Probenschnipsel zu einem vielschichtigem Hörbild, einem wild tanzenden Fest Brechtscher Dialektik. Daraus hier ein siebeneinhalbminütiger Ausschnitt.

Die gesamte Edition umfasst 2 CDs mit Probenausschnitten und eine CD mit dem Feature von Joachim Werner, sowie ein Booklet, mit Fotos und Text in der Manier der Brechtschen Modellbücher. (Stephan Suschke)

 

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