2. Januar

FOKUS HELENE WEIGEL

Angesprochen auf ihre unerschöpfliche Energie sagt Helene Weigel im Gespräch 1969 – da ist sie selbst 69 Jahre alt: „Manchmal wären einige Leute froh, wenn ich nicht so viel hätte…“ Bei dem besagten Gespräch war nur ein Jahr vergangen, seit sie sich 1968 durch ihre vehemente Ablehnung des Einmarsches der Sowjetarmee in die CSSR auf für die DDR-Führung unliebsame Weise in die politischen Diskussionen eingemischt hatte. Zudem hatte sie auch vorher schon häufig besonders jungen Leuten Unterstützung gewährt, die mit ihrer Kritik an den politischen Verhältnissen Probleme bekommen hatten. Wie hoch Helene Weigel dies von kritischen Geistern angerechnet wird, zeigt ein Zettel aus dem Nachlass von Thomas Brasch. Er hatte gehofft, nach dem Prozess, der ihm und seinen Mitstreitern wegen der Flugblattverteilung gegen den Einmarsch in die CSSR 1968 gemacht worden war, nach der Haftverschonung im Brecht-Archiv anfangen zu können, was Helene Weigel ihm angeboten hatte. Es wäre für ihn eine Ehre, bei ihr anfangen zu dürfen: „wenn die flugblätter gegen den cssr-einmarsch und der knast solche arbeitsstelle eingebracht haben, hat sichs gelohnt.“

The B-Effect – Influences of/on Brecht//Der B-Effekt – Einflüsse von/auf BrechtFriedemann Weidauer, ed., The Brecht Yearbook/ Das Brecht-Jahrbuch Volume 37 (Storrs, CT: The International Brecht Society, 2012, S.97)

Quelle: https://search.library.wisc.edu/digital/A7GTGZXYCRDFUE84/pages/ABCN4MSA2MSVNZ8P

 

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