18. Dezember – intern 7

Kennedy-Platz, 10 Uhr morgens. Alles grau in grau. Wir schlüpfen durch den Bauzaun aufs Gelände und tauschen am Sicherheitscontainer persönliche Daten gegen Schutzhelme. Dann geht’s rein! Heutiger Tagesordnungspunkt: Location-Scouting im Großen Haus. Nicht irgendein großes Haus, DAS Große Haus, die sanierungsbedürftige Hauptspielstätte des Staatstheaters, das Jahrhundertprojekt. Der denkmalgeschützte Bau wird als Drehorte für ein Digitalprojekt des Berliner Videogestalters Bert Zander (Vita) gescoutet. Exklusiv für das Brechtfestival sollen Musikclips entstehen, bei denen Videoaufnahmen der Bolschewistischen Kurkapelle Schwarz-Rot an Augsburger Fassaden projiziert und abgefilmt werden. Eine Location könnte das Große Haus werden – Baustellencharme inklusive! Schon im Treppenhaus wird klar warum: „Sanierungsfall“ steht in schwarzer Schrift unter einem holzgerahmten Fetzen Tapete. Kunst am Bau? Kunst auf’m Bau! Entlang gesprayter Neonpfeile mäandern wir durchs Gebäude. Wir starten im Parkett, wo Flatterband den gespenstischen Zuschauerraum umzäunt. Vom Rang aus ließe sich gut auf den gefegten Boden projizieren. Weiter geht’s hinter die Bühne, wo Höhe und Tiefe imposant die Dimension des Bauvorhabens aufzeigen. Wahrlich ein Jahrhundertprojekt! Nostalgie-Flash dann im Foyer, das sich für eine Projektion besonders zu eignen scheint, bevor es zum Ausklang der kleinen Führung in den Gewölbekeller geht. Hier sieht’s noch ordentlich nach Arbeit aus. Davon haben wir gerade selbst genug, also lieber schnell zurück ins Büro. 

Fabian Schreyer, Veranstaltungsmarketing 

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