15. Januar – intern 8

„Wir müssen auch mal realisieren: wir haben keine sechs Monate mehr, sondern sechs Wochen.“

Das Brechtsche Festivalkollektiv trifft sich. Die Zeit bis zum Festivalbeginn gibt sich dieses Jahr seltsam unförmig. Sie streckt sich und staucht sich. Wir sind schon mittendrin – und trotzdem am Anfang. Wir, das sind insgesamt acht intern oder extern am Thema arbeitende Personen, die sich um Organisation, Programminhalte, Marketingstrategie und Pressearbeit für das Brechtfestival kümmern. Als Praktikant sind mir die meisten Gesichter unbekannt.

Kulturamtsleiterin Elke Seidel meint, dass wir „in die Gegenwart einhaken“ wollen. „Vom Sofa aus für‘n Bierpreis.“ Was das heißt, wollen wir heute herausarbeiten. Zwischen Zuversicht und Unsicherheit, zwischen „Krisenmanagement“ und „formeller Avantgarde“ pendelt das Selbstverständnis des diesjährigen Brechtfestivals. Was sicher ist: Es wird anders. Und es wird #digitalbrecht. Das bedeutet auch, dass wir technische Fragen diskutieren: Wie wird der Stream genau funktionieren? Wie genau müssen wir den Kauf der Onlinetickets unseren Kunden erklären? Wie erreichen wir Zuschauer in der ganzen Welt? Vieles, was letztes Jahr noch undenkbar war, fällt nun in den Bereich des Möglichen.

Aber wie genau alles organisiert werden muss; wer für was zuständig ist – oft noch unklar. Ein zeitnahes zweites Treffen muss her. Trotzdem sollen heute noch Kategorien für die Website entstehen: „Behind the scenes“, „Brechtlesen“, „#brechtdigital-FAQs“ – erste Ideen hierfür bahnen sich langsam ihren Weg aus dem Abstrakten. Die Zeit drängt uns dazu Fristen zu setzen: Bis zum 15. Februar soll die inhaltliche Konzeption abgeschlossen sein. Das „Arbeitsjournal“, bei dem ich vor allem das Posten von Jürgen Kuttners Beiträgen übernommen hatte, wird irgendwann auslaufen. Was dann kommt, ist die Pause bevor der (digitale) Vorhang fällt.

Mit dem Ende des Arbeitsjournals, wird wohl auch mein Praktikum ein Ende finden. Ein (Corona-)Praktikum, in dem einem die Kollegen und Vorgesetzten unvermeidlich meistens nur als Email-Adressen begegneten, in dem man aber dafür nie zum Kaffeekochen gezwungen wurde.

Leo Blumenschein, Praktikant Brechtfestival

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